Bestandserhaltung: Eine Verpackungsaktion für den Handschriftenbestand Ha

27.12.2023 |

Bestandserhaltung ist im Archiv ein Dauerthema und eine Daueraufgabe. Die zur Aufbewahrung anvertrauten Dokumente sollen für die Nachwelt erhalten bleiben. Dazu muss je nach Archivalie, Zustand und Raumsituation zu unterschiedlichen Maßnahmen gegriffen werden. Eine Option ist die Schutzverpackung, wie sie im EAF etwa bei den Handschriften genutzt wird.

Das Foto zeigt verpackte Handschriften aus unserem Bestand Ha. Die Kartons sind Spezialanfertigungen aus säurefreiem und wasserabweisendem Material, die für jede Handschrift nach Maß angefertigt wurden. Im Vorfeld war es daher nötig, jede einzelne Archivalie zu messen und die Werte in eine Tabelle einzutragen. Als die Maßanfertigungen vom Dienstleister geliefert worden waren, mussten sie nur noch zusammengefaltet, beschriftet und mit der Handschrift bestückt werden.
 

Wieso wurde die Verpackungsaktion durchgeführt?
Die Schutzverpackung sorgt dafür, dass aufgewirbelter Staub oder Schmutz nicht direkt an die Handschrift kommt. Beim Herausnehmen muss man zudem nicht befürchten, dass man den Buchrücken abtrennt, weil man zu stark an der falschen Stelle gezogen hat. Außerdem fällt der Schaden bei einem Brand oder einer Havarie aufgrund der Materialeigenschaften der Verpackung erheblich geringer aus als bei unverpackten oder in Schubern aufgestellten Handschriften. Der Zeit- und Kostenaufwand hinter einer Verpackungsaktion lohnt sich. Ein kleiner Wermutstropfen ist lediglich ästhetischer Natur: man sieht beim Blick ins Regal nun nicht mehr die 692 schönen Einzelbände, sondern einheitliche Verpackungen.
 
Sarah Mammola
Wissenswertes zur Nutzung
Der Handschriftenbestand Ha ist nicht nur verpackt, sondern wurde vor Jahren bereits auf Mikrofilm gesichert. Die Filme haben die Signatur F1. Nutzerinnen und Nutzer können sich je nach Anliegen und Erhaltungszustand der Handschrift entweder das Original in den Lesesaal bringen lassen oder am Mikrofilmlesegerät mit der Kopie arbeiten.