Heilige, Patrone und Vorbilder
Die katholische Kirche kennt eine große Fülle von Heiligen und Seligen, doch kein Mensch wird je ihre genaue Anzahl erfahren . Heilige stehen Gott besonders nahe, weil sie sich in religiöser oder ethischer Hinsicht als „vollkommene“ Menschen erwiesen haben. Das Urteil darüber, wer heilig ist, steht allein Gott zu, doch die Menschen haben vielfach schon eine eigene erste Vorentscheidung getroffen. In früheren Zeiten geschah dies meist dadurch, dass bestimmte Personen schon zu Lebzeiten oder nach ihrem Tod intensiv verehrt wurden – heute entscheidet die Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsverfahren des Vatikans darüber.
Wenn Menschen Heilige verehren, dann tun sie dies oftmals in der Absicht, einen Nutzen daraus zu ziehen. Die meisten Heiligen scheinen in ihrer Vollkommenheit so unerreichbar, dass sie sich kaum zur Nachahmung eignen. Als Fürsprecher aber taugen vor allem jene Heiligen, zu denen man eine persönliche Beziehung hat – oder jene, die Gott besonders nahe sind. Heilige bieten die Möglichkeit, zwischen Diesseits und Jenseits Kontakt zu halten, denn sie sind zwar in Gottes Herrlichkeit aufgenommen, bleiben aber durch ihre Verehrung zugleich auf Erden gegenwärtig .
Maria, die Mutter Gottes, ist als Patronin des Erzbistums sowie zahlloser Kirchen und Kapellen – darunter das Freiburger Münster – fast allgegenwärtig, und auch viele der beliebtesten Wallfahrtsorte sind ihr gewidmet . Ebenfalls weithin bekannt ist der zweite Bistumspatron, Bischof Konrad von Konstanz (900 – 975), nicht zuletzt als Namensgeber für die Bistumszeitung „Konradsblatt“ . In Hohenzollern ist der heilige Fidelis von Sigmaringen (1577 – 1622) sehr populär; im badischen Frankenland hingegen Kilian (um 640 – 689) und Lioba (um 700/710 – 782). Von eher lokaler Bedeutung sind andere Missionsheilige wie Fridolin von Säckingen († 538), Trudpert († 607), Gallus (um 550 – 640), Landelin († um 640) oder Pirmin (um 670 – 753) . Sie alle verfolgten ihre Ziele mit großer Energie und waren bereit, selbst ihr Leben für ihre Sendung hinzugeben .
Es gibt auch Vorbilder der jüngeren Zeit: Schwester Ulrika Nisch (1882 – 1913) aus Hegne, die sich schon als Kind zum Gebet und stillen Verweilen in der Kirche hingezogen fühlte, hinterließ als kompetente Ausbilderin und von Liebe erfüllte Frau, die gerne sang, tanzte und lachte, bleibende Spuren. Nach ihrem Tod wuchs der Kreis ihrer Verehrerinnen und Verehrer, die sie als Fürsprecherin bei Gott anriefen, beständig an. Sie wurde 1987 seliggesprochen.
Die zum Katholizismus konvertierte Jüdin Edith Stein (1891 – 1942), die in Freiburg Philosophie studierte und den Doktortitel erwarb, wurde im 20 . Jahrhundert zur Heiligen: Die Beharrlichkeit, mit der sie ihren eigenen Weg in einer Männerwelt, gegen alle Widerstände, gegangen ist, bis in die Gaskammern von Auschwitz, macht sie zum bewundernswerten Vorbild. Sie wurde 1998 heiliggesprochen .
Ebenfalls für seinen Glauben starb der aus der Erzdiözese Freiburg stammende Priester, der selige Max Josef Metzger (1887 – 1944), der in einem spektakulären Schauprozess vom NS-Volksgerichtshof verurteilt und in Berlin hingerichtet wurde . Sein Seligsprechungsverfahren wurde 2006 eröffnet. Am 17. November 2024 wurde Max Josef Metzger von Kurt Kardinal Koch im Freiburger Münster seliggesprochen.
Der aus Gurtweil bei Waldshut-Tiengen stammende Franziskus Maria vom Kreuze Jordan (1848 – 1918) war Ordensgründer der Salvatorianer. Sein Seligsprechungsverfahren begann 1942, seit 2021 ist er seliggesprochen.
2011 wurde zudem das Heiligsprechungsverfahren für den seligen Bernhard von Baden (1428 – 1458) aufgenommen, das allerdings mittlerweile ruht, da eines der ihm zugeschriebenen Wunder nicht hinreichend belegt ist.
Vorbilder im Glauben
- Maria, Mutter Gottes, Patronin des Erzbistums Freiburg und des Freiburger
Münsters - Heiliger Fridolin von Säckingen (* 538)
- Heiliger Trudpert (* 607)
- Heiliger Gallus (ca. 550 – 640)
- Heiliger Landelin (* – 640)
- Heiliger Kilian (640 – 689)
- Heiliger Pirmin (670 – 753)
- Heilige Lioba (ca. 700 – 782)
- Heiliger Bischof Konrad von Konstanz, zweiter Bistumspatron (900 – 975)
- Seliger Bernhard (1428 – 1458)
- Heiliger Fidelis von Sigmaringen (1577 – 1622)
- Seliger Pater Franziskus Maria vom Kreuze Jordan (1848 – 1918)
- Selige Schwester Ulrika Nisch (1882 – 1913)
- Heilige Edith Stein/Theresia Benedikta vom Kreuz (1891 – 1942)
- Seliger Max Josef Metzger (1887 – 1944)


