Unabhängige Ansprechperson für Betroffene von Missbrauch geistlicher Autorität
„Geistlicher Missbrauch“
Christliche Seelsorge und Geistliche Begleitung dienen der Entfaltung und der Vertiefung einer persönlichen Gottesbeziehung, die auf dem freien Willen der Person und ihrer Selbstbestimmung gründet. Sie unterstützen, innere und äußere Räume für individuelle Suchbewegungen und spirituelle Glaubenserfahrungen zu schaffen und zu schützen.
Haben Sie sich von einer Seelsorgerin oder einem Seelsorger eine befreiende gemeinsame Wegfindung im Glauben erhofft, aber das Gegenteil erfahren?
- Wurden Sie stattdessen verängstigt und unter Druck gesetzt?
- Ist Ihnen – zum Beispiel – verboten worden, Fragen zu theologischen Inhalten zu stellen, oder sind für Sie bedeutsame Glaubenserfahrungen lächerlich gemacht worden?
- Wurde von einer geistlichen Autorität Ihre Entscheidungsfreiheit eingeschränkt oder in Abrede gestellt?
- Sind Sie einerseits zunehmender in eine Isolierung zu Ihrem bisherigen sozialen Umfeld geraten und andererseits in fortschreitende Abhängigkeiten zu einer speziellen Person oder Gruppe?
- Hat ein Seelsorgender versucht, Sie auf dem Gebiet ihres geistlichen Lebens zu manipulieren, bspw. durch verabsolutierte oder aus dem Kontext gerissene biblische Aussagen, durch Engführungen in bestimmten Glaubenspraktiken oder durch religiös verbrämte, egoistische Machtansprüche?
Dann liegt ein massiver Vertrauensbruch und ein Missbrauch geistlicher Autorität nahe. Der Täter oder die Täterin entzieht sich dabei der Verantwortung, die mit Amt, Rolle oder Funktion eigentlich einhergeht. Er oder sie pervertiert den ursprünglichen seelsorglichen Auftrag und schädigt Menschen, die sich hilfe- oder ratsuchend anvertraut haben. Die Folgen von Machtmissbrauch im geistlichen Kontext können sehr umfassend und schwerwiegend sein: von einer erheblich irritierten oder gestörten Beziehung zu Gott, zu sich selbst und zum Nächsten über den Verlust der spirituellen Selbstbestimmung bis hin zu starken Beeinträchtigungen der physischen und psychischen Gesundheit.
Unabhängige Ansprechperson für Betroffene
Im juristischen Vergleich zu eindeutig verfolgbaren Straftaten in Fällen sexualisierter Gewalt gibt es für Übergriffe im geistlichen Bereich keine klaren gesetzlichen Regelungen. Doch ist in der Erzdiözese Freiburg für betroffene Personen eines Missbrauches geistlicher Autorität ein eigener Weg eröffnet worden, ihre Betroffenheit ins Gespräch zu bringen – neben den Meldewegen für Betroffene sexualisierter Gewalt.
Schwester Dr. Kerstin Kellermann (osf) wurde als Ansprechperson für Missbrauch geistlicher Autorität beauftragt. Sie erreichen Sr. Kerstin per Mail oder Telefon. Nach dem Erstkontakt vereinbart sie gerne mit Ihnen gemeinsam weitere Schritte, etwa für ein persönliches Gespräch in einem geschützten Raum, das auch digital stattfinden kann.
Schwester Dr. Kerstin Kellermann (osf) wurde als Ansprechperson für Missbrauch geistlicher Autorität beauftragt. Sie erreichen Sr. Kerstin per Mail oder Telefon. Nach dem Erstkontakt vereinbart sie gerne mit Ihnen gemeinsam weitere Schritte, etwa für ein persönliches Gespräch in einem geschützten Raum, das auch digital stattfinden kann.
Sr. Dr. phil. Kerstin Kellermann (Jg. 1970) hat in der Politischen Philosophie/Theologie promoviert und leitete u. a. langjährig die Sektion ‚Politische Identitäts- und Kulturforschung‘ der Arbeitsstelle für Interdisziplinäre Deutschland- und Europaforschung an der Westfälischen Universität Münster. Sie hat sich intensiv mit dem Spannungsfeld von ‚Politik und Spiritualität‘ zwischen Verheißungen und Verkehrungen auseinandergesetzt. Später arbeitete sie als Heilpraktikerin in eigener Praxis und in der Erwachsenenbildung am Bodensee. Im Jahr 2014 lernte sie die Ordensgemeinschaft der Franziskanerinnen von Sießen kennen, der sie seit 2015 angehört.
