Die Pastoralkonzeption baut auf einem Leitbild auf. Dieses Leitbild ist die sprachliche Verdichtung des Selbstverständnisses, das für das Entscheiden und Handeln einer kirchlichen Einrichtung langfristig maßgeblich ist. Es benennt eine Vision, eine Mission sowie zugrunde liegende Werte.
Als Vision formuliert es eine programmatische Idee, das heißt ein Zukunftsbild, das von allen angestrebt wird (Wo wollen wir hin?). Dieses Zukunftsbild gibt dauerhaft und nachhaltig eine Zielperspektive vor, die einen erkennbaren Unterschied zum Status quo aufzeigt. Die gemeinsame Verständigung auf die Mission klärt den Auftrag, wie er sich aus dem Sendungsauftrag der Kirche ergibt. Die Vergewisserung über tragende Werte leitet sich insbesondere aus der Botschaft des Evangeliums ab und wird in situationsunabhängigen Handlungsgrundsätzen entfaltet.
Die Pastoralkonzeption beschreibt die Strategie, die eine Seelsorgeeinheit verfolgt. In ihrem Zentrum steht ein Zielkatalog für diejenigen Handlungsfelder, die von den Leitungsverantwortlichen für ihren Bereich als relevant identifiziert wurden. Welche Relevanz ein Handlungsfeld besitzt, muss im Dialog mit möglichen Zielgruppen und deren Bedürfnissen und Erwartungen geklärt werden. Bei der Beschreibung des Zielkatalogs sind die Ziele klar zu benennen: Ziele sind konkrete Vorstellungen über einen Zustand, der zu einem bestimmten Zeitpunkt erreicht sein soll. Sie werden so formuliert, dass zu diesem Zeitpunkt überprüft werden kann, ob und wie weit das Ziel erreicht ist. Maßgeblich sind dabei nicht einmalige Ergebnisse, sondern die nachhaltige Wirkung, die sich längerfristig zeigt. Die Qualität einer Pastoralkonzeption entscheidet sich an der Qualität dieser Zielbestimmungen.
Leitbild und Strategie sind zwei eigenständige Instrumente, die allerdings unmittelbar aufeinander bezogen und miteinander verknüpft sind. Das eine ohne das andere geht nicht. Ziele ohne Leitbild bleiben austauschbar und beliebig, Leitbilder ohne Ziele bleiben unkonkret und werden leicht zu einer Utopie. Aus diesem Grund müssen beide Instrumente immer zusammen betrachtet werden. Die gilt auch für die weiteren Leitungsinstrumente in der Erzdiözese Freiburg: Zielvereinbarungsgespräch und Strategiekontrolle (LEVI).
Leitbild und Pastoralkonzeption sind komprimierte Texte, die einen längeren Prozess der Vereinbarung und Entscheidung bündeln. Sie sind kurz und prägnant und haben nicht das Ziel, eine Gesamtübersicht zu geben. Beim Leitbild hat es sich als hilfreich erwiesen, zentrale „Leitsätze“ zu formulieren. Diese sind kurz und sorgen für eindeutige und konkrete Formulierungen.
Bei der Pastoralkonzeption soll nicht alles erfasst werden, was getan wird, sondern Kernziele für die zentralen Handlungs- und Wachstumsfelder in der Seelsorgeeinheit formuliert werden (max. 5-10 DIN A4 Seiten). Die bisherige Erfahrung hat gezeigt, wer sich zu viele Ziele setzt, erreicht erfahrungsgemäß weniger, als diejenigen, die sich auf wenige, aber dafür zentrale Themen fokussieren.
Weitere Informationen finden beim Orientierungsrahmen Leitungsinstrumente.


