Das 20. Jahrhundert

 

Das Badische Konkordat

 

Eine Neubelebung des kirchlichen Vereinslebens, das während des Krieges sehr gelitten hatte, war das Ziel einer Diözesansynode, die Erzbischof Carl Fritz (1920 bis 1931) im Jahre 1921 einberief. Nach schwierigen und langwierigen Verhandlungen, die vom Nuntius Eugenio Pacelli, dem späteren Papst Pius XII., geführt wurden, unterschrieb die badische Regierung 1933 das "Badische Konkordat": Der Austausch der Ratifizierungsurkunden war die letzte Amtshandlung der frei gewählten Regierung in Baden. Am selben Tag übernahmen die Nationalsozialisten die Macht. Während der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft wurden 17 Priester aus dem Erzbistum Freiburg in Konzentrationslagern interniert, zehn von ihnen starben oder wurden hingerichtet. Auch viele Laien wurden ihrer Freiheit beraubt und wegen ihres Glaubens in Konzentrationslager gebracht.

 

Zukunft und Hoffnung

Erzbischof Groeber
Erzbischof Gröber

Nach anfänglichen Sympathien für die neue Bewegung wurde Erzbischof Conrad Gröber ab 1935 zu einem Gegner der Nazi-Diktatur, wofür seine Silvesterpredigten und Fastenhirtenbriefe Zeugnis geben. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg bemühten sich die Erzbischöfe Wendelin Rauch (1948 bis 1954) und Eugen Seiterich (1954 bis 1958), den materiellen Wiederaufbau mit einem Wiederaufbau des kirchlichen Lebens in der Gesellschaft zu verbinden. In die Amtszeit von Erzbischof Hermann Schäufele (1958 bis 1977) fiel das Zweite Vatikanische Konzil (1962 bis 1965), an dem er zusammen mit Weihbischof Karl Gnädinger als Konzilsvater teilnahm. Die von diesem Konzil ausgehenden Anstöße und Wegweisungen zur Erneuerung sind für das Erzbistum ebenso wie für die gesamte Weltkirche Anruf und Auftrag für die Zukunft von Kirche und Welt.

Einen wesentlichen Anstoß für die Umsetzung der Konzilsbeschlüsse gab die Gemeinsame Synode der deutschen Bistümer in Würzburg, 1971 bis 1975, an der auch der 2008 verstorbene Erzbischof von Freiburg, Dr. Oskar Saier, als Weihbischof teilnahm.

Als die Erzdiözese Freiburg 1977 auf ihr 150-jähriges Bestehen zurückblicken konnte, stellte sie die Feierlichkeiten unter das programmatische Motto "Damit sie auch morgen glauben können". Damit wurde eine evangelisierende Pastoral in die Wege geleitet, die in den folgenden Jahren und Jahrzehnten eine immer konkretere Gestalt annahm und in der von Erzbischof Oskar Saier 1989 angestossenen pastoralen Initiative "Miteinander Kirche sein - für die Welt von heute" nochmals einen nachhaltigen Impuls bekam.

 

Oskar Saier wird Erzbischof

Nach dem Tod von Erzbischof Hermann Schäufele im Jubiläumsjahr 1977 ernannte Papst Paul VI. am 15. März 1978 Weihbischof Dr. Oskar Saier zum neuen Oberhirten von Freiburg. Damit war Saier auch Bischof der gastgebenden Diözese für den Freiburger Katholikentag 1978, der mit seinem Motto "Ich will euch Zukunft und Hoffnung geben" ganz auf der diözesanen Linie einer zukunftsverheißenden Glaubensweitergabe lag und nicht zuletzt dadurch, dass er entscheidend von der Jugend geprägt war, tatsächlich zu einem Hoffnungszeichen wurde. Ein wichtiges Signal des Aufbruches setzte auch der Katholikentag 1992 in Karlsruhe. Unter dem Motto "Eine neue Stadt ersteht " ermutigte das Karlsruher Treffen die Christen aus nah und fern, mit der befreienden Botschaft ihres Glaubens tatkräftig am gemeinsamen Haus Europa mitzubauen.

 

Erzbischof Dr. Saier trat im Juli 2002 aus gesundheitlichen Gründen zurück. Von Juli 2003 bis Juni 2014 leitete Dr. Robert Zollitsch als 14. Erzbischof die Erzdiözese Freiburg. Seitdem ist Stephan Burger der 15. Erzbischof von Freiburg.