Die Sammlung des Münsterbauvereins Freiburg

03.09.2024 |

Wer sich für die bauliche Geschichte des Freiburger Münsters interessiert, findet mit der Münsterbauhütte und dem Münsterbauverein den Ort, an dem einschlägiges Quellenmaterial und Wissenswertes zum äußeren Erscheinungsbild der heutigen Domkirche zusammenkommen. Wir durften uns die reichhaltige Sammlung anschauen und wollen in diesem Beitrag eine kurze Vorstellung versuchen sowie hilfreiche, weiterführende Links übermitteln.

Der Verein bemüht sich sehr darum, Interessierten auf verschiedene Weise Einblick in seine Arbeit und die Aufgaben der Münsterbauhütte zu geben. Für das vor-Ort-Erlebnis sorgt er bestens mit regelmäßigen Führungen. Wer lieber etwas zum Lesen hat, findet in der Rubrik „Objekt des Monats“ auf der Homepage interessante und lehrreiche Inhalte. Über ein Newsletter-Abo kann man sich stets über das Aktuelle informieren. 
 
Die Sammlung gliedert sich in mehrere Bereiche: Fotos und Abzüge, Glasplatten, Steine, Gipse, Pläne, grafische Sammlung sowie Gemälde. Letztere werden als Dauerleihgabe im Augustinermuseum verwahrt. Die Objekte (z. B. Skulpturen, Bauteile) werden intern durch die Mitarbeitenden in einer Datenbank erfasst. Im Bereich Fotodokumentation enthält sie aktuell circa 50.000 Fotoabzüge, 2.500 Glasplatten ab 1860 und etliche Negativdias – Tendenz steigend. 
 
Münsterbauverein, Blick in die Fotosammlung
 
Als interne Datenbank wird IMDAS-pro genutzt, ein in Baden-Württemberg sehr verbreitetes Programm zur elektronischen Dokumentation von Museumsobjekten. In IMDAS lassen sich die Basisdaten zu den Einzelstücken erfassen, durch Verwendung eines Thesaurus möglichst einheitlich aufnehmen und inventarisieren. 
Die integrierte Suchfunktion kann sammlungsübergreifend oder nach bestimmten Filtern vorgehen. Die Suchtreffer können auch in einer Objektliste zusammengestellt und beispielsweise an eine anfragende Person verschickt werden kann, wahlweise mit Vorschaubildern zu den Objekten. IMDAS-pro wird in Freiburg in den meisten städtischen Museen genutzt, sodass hier ein Austausch auf fachlicher und inhaltlicher Ebene möglich ist.
 
Der Münsterbauverein bearbeitet sowohl wissenschaftliche als auch interne Anfragen von Kolleginnen und Kollegen aus der Bauhütte, die für ihre Arbeiten auf Vorlagen und Dokumentation unterschiedlicher Art zurückgreifen müssen. Nicht jedes Objekt liegt auch als Digitalisat vor, da der Digitalisierungsprozess hier, wie überall anders, ein work in progress ist. Diese Situation kennen wir im dem Archiv bestens. Wichtig ist: nicht immer ist eine digitale Version die optimalste Lösung für ein Nutzungsvorhaben. Wenn man beispielsweise einen Gipsabdruck untersuchen möchte, ist das hochauflösende und in 3D-Ansicht wiedergegebene Digitalisat vielleicht weniger zielführend als die genaue Prüfung des Objekts selbst. 
 
Unbedingt erwähnenswert ist das digitale Angebot des Münsterbauvereins. Das Team pflegt kontinuierlich neue Inhalte in das Sammlungsportal ein und möchte damit verschiedene Gruppen ansprechen. Man kann die Sammlung entdecken, darin stöbern und herausfinden, zu welchen Themen es eigentlich Bildmaterial gibt. Genauso kann man für das eigene Forschungsvorhaben gezielt nach Objekt(grupp)en recherchieren. Auch dürfen die bereitgestellten Bilder unter Einhaltung der Nutzungsbedingungen für Vorträge oder zur Visualisierung verwendet werden. Das Teilen, Mitmachen und Entdecken ist hier ausdrücklich erwünscht. 

Nutzung
 
Veranstaltungshinweise
  • Beteiligung am Tag des offenen Denkmals am 8. September 2024, 13:00-17:00 Uhr, unter dem Motto „Wahr-Zeichen. Zeitzeugen der Geschichte“ mit vielen Besichtigungsterminen.
  • Zum 80. Jahrestag der Bombardierung Freiburgs am 27. November 1944 wird es eine Ausstellung mit historischen Fotos im c-punkt Münsterforum geben. Der Ausstellungszeitraum umfasst die sechs Wochen vom 9. November bis 14. Dezember 2024. 
 
Besten Dank an Frau Hess für Ihre Zeit und die spannenden Einblicke!
 
 
Sarah Mammola