Tagungsbericht: AUdS 2025 in Chemnitz

13.03.2025 |

Der Arbeitskreis zur "Archivierung von Unterlagen aus digitalen Systemen" ist ein Netzwerk verschiedener Archivar:innen mehrheitlich aus dem deutschsprachigen Raum. Seit 1997 veranstaltet der Arbeitskreis jeweils im Frühjahr eine zweitägige Tagung zu Themen der digitalen Archivierung. 

In diesem Jahr fand die 28. Tagung am 05. und 06.03.2025 in der Kulturhauptstadt Chemnitz statt und widmete sich den Themen Zusammenarbeit mit Behörden, KI und digitaler Lesesaal, Datenschutzfolgenabschätzung und Umgang mit unterschiedlichen (Datei-)Formaten. Im Mittelpunkt standen der Erfahrungsaustausch, die Vernetzung und die Diskussion von Prozessen und aktuellen Entwicklungen im Bereich der digitalen Archivierung. Mit knapp 100 Teilnehmern vor Ort und ebenso vielen per Stream ist die Veranstaltung eine der größten zum Thema Digitalisierung und Archive in Deutschland.
 
Nach Grußworten der Gastgeber:innen in Personen von Raymond Plache (Sächsisches Staatsarchiv Chemnitz), Paolo Cecconi (Stadtarchiv Chemnitz), der Kulturbürgermeisterin von Chemnitz, Dagmar Ruscheinsky, und Thomas Bernd (Sächsische Anstalt für kommunale Datenverarbeitung) begann die Tagung mit dem ersten Themenblock Behördenberatung und Behördenzusammenarbeit. Hier gab Julia Fark spannende Einblicke in die Arbeit des Bundesarchivs, Abteilung Militärarchiv. Es folgten Beiträge von Martin Schlemmer zu den Herausforderungen bei der Verstetigung von Behördenkontakten und von Ayse Kocakulah zur Neukonzeption der Schriftgutverwaltung im Kanton Zürich.
 
Bild von der AUdS 2025 Tagung.
 
Der zweite Block behandelte Themen wie den Umgang mit digitalen Signaturen (Claire Röthlisberger-Jourdan, Koordinierungsstelle für die dauerhafte Archivierung elektronischer Unterlagen - KOST), die Unwägbarkeiten im Umgang mit elektronischen Personalakten (Mona Bunse, Universitätsarchiv Duisburg-Essen), den Umgang mit Schnittstellen zweier Fachanwendungen beim Gesundheitsamt Nürnberg (Sascha Kirchhoff, Stadtarchiv Nürnberg) und die Planung von Informationssicherheit und Notfallmanagement im digitalen Raum, vorgestellt von Kirsten Noetzel und Marc Malwitz vom LWL - Archivamt für Westfalen.
 
Auch das Thema KI und Archive wurde mit zwei Vorträgen von Martin Vogel (Niedersächsisches Landesarchiv) zur Ergebnissicherung von KI-Modellen sowie von Karsten Huth (Sächsisches Staatsarchiv) zu Erwartungen, Voraussetzungen und Aufwänden beim Einsatz von KI abgedeckt.
Zum Abschluss des ersten Tages stellten Frank Obermeit (Landesarchiv Sachsen-Anhalt) und Heinz Werner Kramski (Deutsches Literaturarchiv Marbach) ihre jeweiligen Lösungen zur Bereitstellung von digitalem Archivgut in ihren Häusern vor.
 
Sonnenaufgang über Chemnitz
Sonnenaufgang über Chemnitz am zweiten Konferenztag mit Blickrichtung Markuskirche im Chemnitzer Stadtteil Sonnenberg.
 
Der zweite Tag begann mit dem Thema Datenschutz und wie eine Datenschutz-Folgenabschätzung für digitale Langzeitarchivierungssysteme umgesetzt werden kann (Vortrag von Lukas Heck, Brandenburgisches Landeshauptarchiv) sowie dem Thema Retroanalogisierung von Archivgut und alternative Datenspeichermedien (Martin Stürzlinger, Archiversum/FH Potsdam).
 
Im letzten Teil wurden Themen wie die Kuratierung von Dateisammlungen von Privatpersonen (Amelie Rakar und Björk Košir, Stadtarchiv Graz), die Archivierung von Websites der Universität Wien (Nina Knieling und Raman Ganguly, Universitätsarchiv Wien) sowie der Umgang mit obsoleten OLE-Formaten am Beispiel von Exceldatein (Antje Lengnik, Niedersächsisches Landesarchiv) behandelt. Auch spezielle Vorgehensweisen bei der Archivierung von E-Mails (Alexander Holz, Deutsches Literaturarchiv Marbach), digitalen Orthophotos (Frank Lehmann und Peter Bayer, Sächsisches Staatsarchiv), xdomea-503-Nachrichten (Hannah Ruff, Brandenburgisches Landeshauptarchiv) oder WARC-Files (Tony Franzky, Erzbischöfliches Archiv Freiburg) kamen zur Sprache.
 
Die nächste AUdS-Tagung wird 2026 in Prag stattfinden. Wir freuen uns schon darauf und danken den Kolleginnen und Kollegen in Chemnitz für die hervorragende und vorbildliche Organisation in diesem Jahr!
 
Tony Franzky
 
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