Dekanatsarchive
06.02.2026 |
Einen interaktiven Zugang zur Raumeinteilung bietet der Bistumsatlas: https://freiburg.bistumsatlas.de/
Bei den Dekanatsarchiven handelt es sich vermutlich nicht um die bekannteste Bestandsgruppe im EAF. Schade eigentlich, bieten die Archivalien doch zahlreiche Erkenntnismöglichkeiten für die historische und kirchengeschichtliche Forschung, aber auch für lokal Interessierte. Sie sollen in gebotener Kürze vorgestellt werden.
Ein Dekanat ist eine kirchliche Verwaltungseinheit, der ein gewählter Dekan (früher auch "Dechant") vorsteht und die der Erfüllung pastoraler Aufgaben dient. Über das Dekanat werden die zum Bezirk gehörenden Pfarrgemeinden untereinander verbunden, planen und setzen pastorale Dienste gemeinsam um. Sie realisieren verschiedenste Projekte und Kooperationen, fördern das Vereinsleben und leisten einen wertvollen Beitrag zur Ökumene.
Hinzu kommt, dass das Dekanat ein Bindeglied zwischen den Pfarreien und der Bistumsleitung darstellt. Die Dekane bewegen sich mit ihren Aufgaben im Prinzip auf zwei Ebenen und wechseln die Perspektive.
Die eine Seite: Bei den regelmäßigen Zusammenkünften der Dekane kommen verschiedenste Themen zur Sprache und es wird an der Umsetzung der Vorgaben aus dem Ordinariat gearbeitet. Protokolle solcher Konferenzen sowie anschließende Rundschreiben an die Kirchengemeinden geben darüber Auskunft.
Die andere Seite: Die Dekane halten selbst Treffen mit den Pfarrern aus ihrem Bezirk ab. Sie üben auch eine gewisse Aufsicht- und Kontrollfunktion über die Besuche aus. Die Beobachtungen, Feststellungen und Anweisungen aus diesen Visitationen halten sie in Berichten fest, wodurch Momentaufnahmen zu den Pfarreien entstehen.
Die eine Seite: Bei den regelmäßigen Zusammenkünften der Dekane kommen verschiedenste Themen zur Sprache und es wird an der Umsetzung der Vorgaben aus dem Ordinariat gearbeitet. Protokolle solcher Konferenzen sowie anschließende Rundschreiben an die Kirchengemeinden geben darüber Auskunft.
Die andere Seite: Die Dekane halten selbst Treffen mit den Pfarrern aus ihrem Bezirk ab. Sie üben auch eine gewisse Aufsicht- und Kontrollfunktion über die Besuche aus. Die Beobachtungen, Feststellungen und Anweisungen aus diesen Visitationen halten sie in Berichten fest, wodurch Momentaufnahmen zu den Pfarreien entstehen.
Welche Dekanate gibt es?
Die Dekanate in der Erzdiözese Freiburg und in den Vorgängerbistümern haben inzwischen selbst einige Entwicklungen und Veränderungen durchgemacht. Historisch betrachtet, gibt es sie als Struktureinheit schon sehr lange. Bereits im Liber decimationis von 1275 werden sie für das damalige Bistum Konstanz genannt. Bei der Errichtung des Erzbistums Freiburg 1821 wurden die meisten Dekanate aus dem dann aufgelösten Konstanz in das neue Gebilde integriert. Gleichsam wurde eine Kontinuität bei den Raumeinheiten aus den anderen Bistümern angestrebt und teilweise umgesetzt.
Im Umgang mit Dekanaten muss man allerdings flexibel sein. Dass ihr Zuschnitt und die zugehörigen Pfarreien nicht zementiert waren, belegen die mitunter zahlreichen Wechsel über die Jahrhunderte. Das wirkt sich auf die Recherche nach Archivalien und ihre Auswertung aus.
In jüngerer Vergangenheit wären die Dekanatsreform im Jahr 1976 und 2008 als entscheidender Faktoren zu benennen. Das Amtsblatt der Erzdiözese Freiburg informierte damals über die Anpassungen (> 1976/47, S. 531-536 und 2007/33, S. 185-194). Ebenfalls im Jahr 2008 wurden die Stadt- und Landkapitel per Verordnung aufgehoben (> Amtsblatt 2008/8, Nr. 247, S. 233-234).
Innerhalb des Prozesses „Kirchenentwicklung 2030“ markierte der Januar 2026 eine endgültige Zäsur: die Dekanate wurden als Struktureinheit abgelöst; nun gibt es 36 Pfarreien als räumliche Einheiten. Das Team der diözesanen Projektkoordination beschreibt und dokumentiert die wesentlichen Veränderungen auf seiner Homepage: https://kirchenentwicklung2030.de/
Was findet man typischerweise in Dekanatsarchiven?
Im Vergleich zur Struktureinheit der Dekanate sind die im EAF überlieferten Dekanatsarchive eher jung. Das Schriftgut geht - abgesehen von den wenigen Urkunden aus dem Mittelalter - bis ins 18. Jahrhundert zurück. Klassischerweise machen die Rechnungsbücher einen großen Teil der erhaltenen Überlieferung aus.
Die Akten sind in „Generalia“ und „Specialia“ eingeteilt; dabei sind die Generalia von allgemeinem Charakter. Hier werden unterschiedliche Themen oder Rubriken abgedeckt:
-Kirchenkonvente (z. B. Wahl des Dekans, Konferenzen)
-Kirchenkonvente (z. B. Wahl des Dekans, Konferenzen)
-Ehesachen (z. B. Ehevorbereitungen, Familienberatung)
-Gottesdienst (z. B. Jubiläen, Prozessionen, Sonn- und Feiertage)
-Kirchenvisitationen und Statistik (z. B. Visitationsberichte)
-Anstalten (z. B. Schwesternstation, Heime)
-Vereine (z. B. Vinzentiusverein, Elisabethenverein, Jugendorganisationen)
-Seelsorge (z. B. Jugendbüro, Pastoralplanung, spezielle Seelsorge)
-Schuldekanat (z. B. Religionsunterricht und -prüfungen, Statistiken)
-Gottesdienst (z. B. Jubiläen, Prozessionen, Sonn- und Feiertage)
-Kirchenvisitationen und Statistik (z. B. Visitationsberichte)
-Anstalten (z. B. Schwesternstation, Heime)
-Vereine (z. B. Vinzentiusverein, Elisabethenverein, Jugendorganisationen)
-Seelsorge (z. B. Jugendbüro, Pastoralplanung, spezielle Seelsorge)
-Schuldekanat (z. B. Religionsunterricht und -prüfungen, Statistiken)
Bei den Specialia geht es um die jeweiligen Pfarreien im Dekanat. Die wiederkehrenden Aktentitel deuten an, dass Vergleiche hierüber besonders gut zu realisieren sind. Thematisch gleiche Akten liegen zum Beispiel vor zu: Kirchenbauten, Besetzung und Verwaltung der Pfarrei (Pfarrer, Vikare), Mesner und Organisten, Kirchenvisitationen.
Den Dekanatsarchiven kommt aus mehreren Gründen ein besonderer Stellenwert zu: die Überlieferung kombiniert diözesane und überdiözesane Entwicklungen mit der lokalen Umsetzung, enthält statistische Angaben und weist auf örtliche Besonderheiten hin. Die Möglichkeit, mehrere Pfarreien in nächster Umgebung vergleichend zu betrachten, eröffnet zahlreiche Erkenntnisse, denen dann in den jeweiligen Pfarrarchiven oder in der Ordinariatsüberlieferung (hier: B4, Specialia Pfarreien) vertiefend nachgegangen werden kann.
Sarah Mammola
Nutzung
Bisher im EAF aufbewahrte Dekanatsarchive (Kürzel: Dek) entnehmen Sie unserer Beständeübersicht. Nicht alle sind bisher für die Benutzung freigegeben. Nehmen Sie bei Interesse gerne Kontakt zu uns auf.
Zur Ordinariatsüberlieferung B4, Specialia Pfarreien, finden Sie ausführliche Repertorien auf unserer Bestände-Unterseite.
Einen interaktiven Zugang zur Raumeinteilung bietet der Bistumsatlas: https://freiburg.bistumsatlas.de/
Literaturauswahl
- Karl-Heinz Braun: Konstanzer Traditionen im Erzbistum Freiburg, in: FDA 110 (1990), S. 261-280.
- Peter Thaddäus Lang: Die Dekanatseinteilung im Bistum Konstanz von der Reformation bis zum Ende des 17. Jahrhunderts (ohne die Schweizer Dekanate), in: FDA 106 (1986), S. 57-73.
- Gregor Richter: Die Errichtung und Ausstattung der Erzdiözese Freiburg und der Diözese Rottenburg zu Beginn des 19. Jahrhunderts, in: FDA 98 (1978), S. 509-539.
- Meinrad Schaab: Beharrung und Wandel in der Dekanatsgliederung der Erzdiözese Freiburg, in: FDA 100 (1980), S. 515-533.
- Bistumsatlas und öffentliche Statistiken: https://freiburg.bistumsatlas.de/statistik/

