Das EAF in Zahlen

12.02.2026 |

Dies ist der 123. Beitrag zum Archivblog. Ich möchte euch mitnehmen durch das Archiv, ein wenig kreuz und quer, wie ich es selbst bereits vielfach durchquert habe, vielleicht aber etwas anders als sonst. Anders, als ich es normalerweise tun würde. In Vorbereitung auf diesen Beitrag jedenfalls habe ich das Archiv auf eher verschlungenen Wegen unsicher gemacht, und es mag manchen Leuten befremdlich vorgekommen sein, wenn ich murmelnd mit einem Zettel in der einen und einem Bleistift in der anderen Hand herumgestapft bin und meinen Blick auf die unterschiedlichsten Dinge gerichtet habe. Ich habe auf andere Dinge geachtet, als ich es normalerweise tun würde. Nun möchte ich euch diese Räumlichkeiten vorstellen, auf eine Weise auf die ihr sie ansonsten wahrscheinlich eher nicht betrachtet hättet: in Zahlen. An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass die hier angegebenen Informationen so sind, wie ich sie zu einem bestimmten Zeitpunkt, teilweise auch nur ungefähr, ermitteln konnte – es handelt sich um eine Momentaufnahme. Trotzdem hoffe ich, dass dadurch ein Eindruck entstehen kann, gerade für diejenigen, die das Erzbischöfliche Archiv noch nie betreten haben; aber ich hoffe auch, dass mit dem Hause durchaus vertraute Personen ebenfalls etwas Neues darüber erfahren können. 

Wagen wir uns also hinein, in das sandsteinverkleidete Gebäude, das demnächst 25 Jahre alt wird. Zunächst halten wir uns links und gehen am Defibrillator sowie den 3 Türen zu den Toiletten vorbei, wo am Ende eines kurzen Ganges die Möglichkeit besteht, an einem der 8 Haken die Jacke aufzuhängen; persönliche Gegenstände müssen in einem der 14 den Nutzer*innen zur Verfügung stehenden Schießfächern verstaut werden (im 15. Fach befindet sich ein Feuerlöscher). Betreten haben wir das Archiv durch zwei Türen, gerade sind wir an drei weiteren vorbeigekommen, von denen sich hinter zweien jeweils noch eine weitere Tür verbirgt – insgesamt gibt es im Archiv 32 Türen (Aufzugtüren nicht mitgezählt). Fenster nach außen gibt es hingegen 26, sowie eines vom Büro der Aufsicht zum Lesesaal hin; die Magazinräume sind aus Gründen des Bestandsschutzes fensterlos.
 
Erdgeschoss mit Treppe links und Mikrofilmplätzen rechts. Foto: S. Nesselhauf
Wenn wir zurück in den Hauptraum kommen, in den wir bereits zuvor einen flüchtigen Blick werfen konnten, fällt unser Blick wahrscheinlich zuerst auf die zentrale Treppe aus hellem Holz. Links davon befinden sich auf zwei Ebenen 8 Büros, sowie unten die Werkstatt und oben der Lesesaal. Auf der rechten Seite, etwas tiefer gelegen und auf zwei Seiten über je drei Stufen zu erreichen, sind die 4 Mikrofilmarbeitsplätze (davon 3 mit Kopiermöglichkeit), die den Nutzer*innen zur Verfügung stehen, mit je zwei, also insgesamt 8 Stühlen. An jedem Arbeitsplatz gibt es fünf, also insgesamt 20 Stellvertreter, die es Mitarbeiter*innen des Archivs ermöglichen, an Nutzer*innen ausgegebene Mikrofilme effizient wieder einzusortieren, wenn diese sie nicht mehr benötigen. Die Mikrofilme lagern alphabetisch nach Pfarrei sortiert in 107 Schubladen; es sind bis zu 46 Schachteln mit jeweils einer Filmrolle pro Schublade – die Anzahl an Mikrofilmen liegt im mittleren vierstelligen Bereich. 
 
Im Licht der 18 Deckenlampen sieht man außerdem die 5 im Hauptraum verteilten Schaukästen, und wenn man genauer hinschaut, Bilder an den Wänden; es sind jeweils vier auf beiden Ebenen, insgesamt 8. Während wir uns umschauen begegnen wir sehr wahrscheinlich Mitarbeiter*innen – hier im Erzbischöflichen Archiv Freiburg sind es 11, in der zugehörigen Archivstelle Sigmaringen 2 und der in Eberbach 3. Um zum Lesesaal zu gelangen steigen wir die 18 Stufen der zentralen Treppe hinauf und gehen an einer Reihe von Türen vorbei, bevor wir durch eine Glaswand und -tür in den Lesesaal sehen können, in dem an 4 Holztischen 8 Stühle stehen, sowie diverse Bücher auf 22 Regalbrettern. Möglicherweise liegen im Lesesaal auch Akten, aus denen man rosa Zettel herausragen sieht. Diese s.g. Bestellzettel helfen dabei, die Akten einfacher reponieren, also ins Magazin zurück bringen zu können, da eine Hälfte des Zettels im Magazin am entsprechenden Karton verbleibt, sodass bei der Betrachtung eines Regals auf den ersten Blick erkennbar ist, wo Akten entnommen worden sind. 
 
Blick in den Lesesaal. Foto: S. Nesselhauf
 
A propos Magazine: Lasst uns dorthin gehen. Wir drehen uns um, wobei unser Blick weitere 28 mit Büchern gefüllt Regalbretter streift, gehen zurück und steuern auf die graue Tür am Ende des Hauptraumes zu, die sich von der Eingangstür aus gesehen auf der gegenüberliegenden Seite befindet. Hinter dieser Tür kommen wir in ein Treppenhaus. Rechts sehen wir die Türen eines Aufzugs, der dazu genutzt wird, Aktenwagen unterschiedlicher Größe zu transportieren, 14 an der Zahl, die mal in Magazinen, mal in Büros stehen, je nachdem, wo sie gerade gebraucht werden. Wenn wir uns nach links wenden führen Stufen nach oben oder unten, wobei wir von einem Magazin zum anderen durchschnittlich 16 Stufen steigen müssen; insgesamt gibt es im Archiv 137 Treppenstufen. Zwei der Magazinräume sind unterirdisch, insgesamt gibt es 5. Darin: 11.000 laufende Regalmeter, von denen ca. 8.000 bereits belegt sind. 
 
Blick in Magazinraum
Ein typischer Magazinraum mit Rollregalen
Also, ich zeige euch mal einen Magazinraum. Als wir eintreten drücke ich nacheinander auf alle 5 Lichtschalter. Das Licht geht an. Wer hier das erste Mal ein Magazin betritt könnte denken, dass es regnet. Doch das quasi konstant hörbare, draußen fallendem Regen wirklich sehr ähnliche Geräusch kommt von den 58 Lampen an der Decke – wenn man diese ausschaltet wird es wieder still. Aber auch wenn die Lampen an sind, bemerkt man das Geräusch mit der Zeit kaum mehr. Wenn wir uns umsehen, sehen wir auf beiden Seiten Rollregale, meist etwas mehr als 20 auf jeder Seite – im gesamten Archiv befinden sich davon 213 Stück. Wahrscheinlich steht irgendwo ein Aktenwagen und irgendwo anders ein Tritt herum. Von letzteren finden sich im gesamten Archiv verteilt 13
 
Ein Blick ins Regal zeigt in den meisten Fällen graue Archivkartons, auf die mit blauem Holzstift Signaturen geschrieben stehen. 8 solcher Kartons, immer zwei übereinander, passen auf ein Regal. Wenn wir einen solchen öffnen, sehen wir entweder einen Aktendeckel oder eine hellblaue Archivmappe. Letztere trägt einen mit Bleistift geschriebenen Titel, sowie eine in blau geschriebene Signatur und vielleicht eine Datierung. Sowohl Mappen als auch Kartons sind aus speziellem, säurefreiem sowie besonders beständigem Papier bzw. Karton, um die Archivalien bestmöglich zu schützen. Von den blauen Archivmappen gibt es 7 verschiedene Arten, hauptsächlich Variationen von DIN A4 und Folioformat.
 
Nicht alles Archivgut hier ist auf diese Weise verpackt. Glasplatten beispielsweise, Zeugnisse von Anfängen der Fotografie, werden in kleinformatigen Klappschachteln aufbewahrt, in die immer 6 einzeln in Pergaminhüllen verpackte Platten passen. 151 dieser Schachteln, deren Inhalt momentan nach und nach digitalisiert wird, lagern im Archiv, was bedeutet, dass die Anzahl an hier aufbewahrten Glasplatten im hohen dreistelligen Bereich liegen muss. Noch beeindruckender ist eine andere Zahl in Bezug auf ebenfalls etwas ungewöhnlicheres Archivgut, das im Erzbischöflichen Archiv aufbewahrt wird: Kirchenbücher. 14.895 davon sind bisher verzeichnet und stehen im Regal; immer 55 Kartons werden davon gleichzeitig zum Digitalisieren geschickt, sodass irgendwann hoffentlich alle digitalisiert vorliegen werden und auf diese schonende Weise eingesehen werden können.
 
Wir sind am Ende unserer Tour angelangt. Ich danke euch für eure Aufmerksamkeit und hoffe, dass ihr etwas dazugelernt habt. Ich werde nun in der Kaffeeküche eine Pause einlegen und verrate euch in Bezug darauf nur noch, dass der durchschnittliche Verbrauch an überwiegend koffeinhaltigen Heißgetränken hier 20 Tassen am Tag beträgt, wobei mit 16 vorhandenen Teesorten auch Nicht-Kaffeetrinker*innen wie ich selbst auf ihre Kosten kommen. Darauf erstmal einen Tee!
 
Sarah N., Praktikantin
 
Nachtrag: 
Anzahl an Spinnen: unbekannt, vermutlich schwankend (wie wahrscheinlich in jedem Gebäude).