RSS: Die erste Form der Contentverbreitung
24.04.2026 |
Veraltende Technologien und Formate
Wie abonniert man eigentlich einen Blog? Eine der frühesten Formen ist und war dafür der RSS-Feed. Anbei eine kleine Geschichte des RSS Feeds und warum er heute immer noch benötigt wird.
RSS steht für „Really Simple Syndication”. Der Standard wurde 1999 von Netscape entwickelt und diente als Technologie zum Aggregieren von Newsinhalten. Die Idee dahinter war, Informationen wie News und Blogbeiträge sowie ihre Metadaten (Titel, Datum, Text usw.) in standardisierten XML-Dateien zur Verfügung zu stellen. Spezielle RSS-Reader prüften diese XML-Dateien dann regelmäßig, ob sich etwas verändert hat, und laden die Inhalte bei Bedarf neu. Einer der Gedanken bestand darin, Informationen aus verschiedenen Quellen für den eigenen Bedarf zusammenzustellen. Dieses Auszeichnungsschema entwickelte sich von der ersten Version 0.90, die noch auf dem Resource Description Framework (RDF) basierte, bis 2002 zur Version 2.0 weiter.
Seit dem 22. Januar 2008 ist das RSS Advisory Board kuratorisch zuständig und veröffentlichte am 30. März 2009 die aktuell geltende Version 2.0.11.
In dieser Zeit genoss RSS die größte Verbreitung und war Träger für Podcasts, Blogbeiträge, Newsticker und vieles mehr. Ihre Stärke lag vor allem in der maschinenlesbaren Aufbereitung von Webinhalten, die eine einfache Verbreitung und Anzeige ermöglichte. Mit dem Aufstieg der sozialen Netzwerke in den 2010er Jahren begann dann der Abstieg der RSS-Feeds. Während man früher Nachrichten gezielt in einem Reader abonnieren und suchen musste, boten die großen Plattformen wie Facebook, Twitter oder Instagram nun interne, kuratierte, algorithmisch vorsortierte Inhalte in Timelines an. Dies bot den Plattformbetreibern einen großen Vorteil, da sie, anders als bei RSS-Feeds, keine Angst haben mussten, Leser:innen an andere Websites zu verlieren. So konnte und kann man bis heute gezielt Personen und Aufmerksamkeit innerhalb eines abgeschlossenen Ökosystems steuern. Dezentrale Nachrichtenströme waren daher eher hinderlich. Im Jahr 2013 stellte Google zudem den vormals sehr beliebten Google Reader ein welcher von vielen Privatpersonen zum lesen von RSS Inhalten genutzt wurde. Dies beschleunigte den Abstieg der RSS-Technologie.
Und heute?
Anders als von vielen beschworen, ist RSS nach wie vor nicht tot. Podcasts erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit und Inhalte werden im Hintergrund nachwievor mehrheitlich über Atom- oder RSS-Feeds weiterverteilt. Auch im Zuge der Absetzbewegung von den großen US-Techkonzernen werden RSS-Feeds als Möglichkeit der dezentralen, plattformunabhängigen Informationsverbreitung wieder stärker wahrgenommen. Zudem gibt es auch heute noch viele Möglichkeiten, RSS-Feeds zu lesen und zu aggregieren. Gleichzeitig ist die Bedeutung von RSS im Zeitalter von Informationsharvesting und datengetriebener Algorithmik, metadatierte und auslesbare Inhalte weiterzuverarbeiten, wichtiger denn je.
Möchten Sie gern einen RSS-Feed abonnieren?
In dieser PDF wird Ihnen Schritt für Schritt erklärt, wie Sie einen beliebigen Newsfeed mit Outlook abonnieren können. Dies können Sie beispielsweise gern anhand des EAF Archivblogs. Die Adresse des Feeds lautet: ebfr.de/rss/12031-archiv-blog/
Die Anleitung finden Sie hier:
Quelle: Tony Franzky / EAF
Literatur
- RSS Advisory Board: Really Simple Syndication specifications, tutorials and discussion. URL: https://www.rssboard.org/
- RSS Specifications: Everything you need to know abous rss. URL: https://www.rss-specifications.com/history-rss.html
