Tradition bewahren und Perspektiven schaffen

23.03.2026 | Schülerinnen aus Offenburg setzen ein Zeichen für indigene Frauen in Peru

Manche Begegnungen hinterlassen Spuren, die weit über den Moment hinaus wirken: Im Mai 2025 besuchten Dante Sejekam und Sonia Pastor aus dem peruanischen Vikariat Jaén die Klosterschulen Unserer Lieben Frau in Offenburg und berichteten eindrücklich über die Lebensrealität indigener Gemeinschaften im Amazonasgebiet. Besonders die Situation der Awajún sowie ihr Einsatz gegen die Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen durch illegalen Bergbau hinterließen bei den Schülerinnen einen bleibenden Eindruck.

Aus dieser Begegnung ist nun ein neues Engagement erwachsen: Beim Tag der offenen Tür am 28. Februar setzte die Schulgemeinschaft ein Zeichen der Solidarität. Auf Initiative der Spanischlehrerin A. Pace wurde der Erlös des Elterncafés gespendet. Eltern und Schülerinnen der sechsten Klassen organisierten die Aktion, steuerten Kuchen bei und  übernahmen den Verkauf, um ein Frauenprojekt der Sozialpastoral im Vikariat San Francisco Javier in Jaén gezielt zu unterstützen.

Das Projekt richtet sich konkret an indigene Frauen, die sich in der Weberinnenvereinigung „Tula Cuzquen“ zusammengeschlossen haben und traditionelle Webkunst auf der sogenannten „Qallwa“, einem kulturellen Erbe Perus, bewahren. Ziel des Projektes ist es, neben der Stärkung ihrer kulturellen Identität vor allem die Rolle der Frauen innerhalb ihrer Gemeinschaft zu festigen und ihnen durch eigene Einkommensquellen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

Hierfür werden sie beim Aufbau einer gemeinsamen Vermarktung ihrer Produkte sowie bei der Verbesserung der Produktqualität durch gezielte Schulungen – etwa in natürlichen Färbetechniken und in der Weiterverarbeitung ihrer Textilien – unterstützt. Dies eröffnet ihnen zugleich die Möglichkeit, sich aus Abhängigkeiten zu lösen und schwierige Lebenssituationen hinter sich zu lassen. Betreut wird die Initiative von Sonia Pastor, die bereits im vergangenen Jahr persönlich an den Klosterschulen zu Gast war. So knüpft die Spendenaktion an die damalige Begegnung an und führt den begonnenen Austausch auf konkrete Weise fort.

Die Aktion zeigt, wie persönliche Begegnungen Interesse wecken und dazu anregen können, sich mit den Lebensrealitäten in anderen Teilen der Welt auseinanderzusetzen und ein Zeichen christlicher Verbundenheit zu setzen.