Tauberbischofsheim/Wiesloch/Freiburg. Erzbischof Stephan Burger wird am Sonntag (22.06.) um 14.30 Uhr in der Kirche St. Martin in Tauberbischofsheim Lukas Röder aus der Kirchengemeinde Grünsfeld-Wittighausen (Dekanat Tauberbischofsheim) zum Diakon weihen.
„Für mich bedeutet Glaube, in einer lebendigen und persönlichen Beziehung zu Gott zu stehen – eine Beziehung, die mich immer wieder mit seiner Nähe erfüllt“, sagt Lukas Röder. Besonders wichtig war für ihn der Moment seiner Ersten Heiligen Kommunion: „Dieser Moment prägte mich tief und beeinflusste meine Berufung auf eine Weise, die ich damals noch nicht vollständig begreifen konnte.“ Aus dieser frühen Glaubenserfahrung wuchs der Wunsch, sich in der Kirche zu engagieren. Als Ministrant, in der kirchlichen Jugendarbeit, bei Jugendgottesdiensten, Sternsingeraktionen, Taizégebeten und weiteren Aktivitäten übernahm er schon früh Verantwortung.
Nach seiner Berufsausbildung als Elektroniker für Betriebstechnik entschloss er sich, das Abitur im Spätberufenenseminar St. Matthias in Waldram nachzuholen. 2018 trat Röder ins Priesterseminar Collegium Borromaeum in Freiburg ein und studierte Theologie, davon auch ein Jahr in Rom. Nach einem Praxissemester 2021 in der Kirchengemeinde Konstanz-Petershausen, absolvierte er sein Diakonatsjahr und derzeit seinen Pastoralkurs in der Kirchengemeinde Wiesloch-Dielheim.
Spirituelle Heimat
Besonders prägend auf seinem Berufungsweg war für Röder das Jahr 2011, als er bei einer Pilgerfahrt zum Weltjugendtag in Madrid die „Gemeinschaft vom Lamm“ kennenlernte. „Durch mein Engagement als ‚Jugendlicher vom Lamm‘ wurde sie immer mehr zu meiner spirituellen Heimat, aus der ich bis heute viel Kraft schöpfe“, berichtet er. Ein Leitwort dieser Gemeinschaft sei ihm dabei besonders wichtig geworden: ‚Auch verletzt höre ich niemals auf zu lieben.‘ „An diese Worte muss ich oft denken, wenn ich auf das Kreuz Jesu blicke“, so Röder.
Seine Familie und viele Freunde unterstützen den angehenden Diakon auf seinem Weg. „Als ich ihnen mitteilte, dass ich mich im Priesterseminar beworben habe, sagte meine Mutter: ‚Das habe ich mir bereits gedacht.‘“
„Die Diakonweihe stellt für mich einen weiteren wichtigen Schritt auf meinem Berufungsweg dar“, betont Röder. „Dieser Weg ist seit jeher geprägt von einer tiefen Beziehung zu Gott, die sich über die Jahre hinweg entwickelt, vertieft und gefestigt hat.“ In der Weihe sieht er den bewussten Ausdruck seines Entschlusses, „mein Leben in den Dienst der Kirche zu stellen – durch Begleitung, Zuhören, Trösten und die gemeinsame Hoffnung mit anderen.“
Er wisse, dass dieser Weg auch Herausforderungen mit sich bringe, doch gerade in schwierigen Zeiten habe er „die tragende Kraft Gottes erfahren dürfen. Diese Erfahrung gibt mir Zuversicht, Dankbarkeit und Vertrauen für den weiteren Weg.“ In seinen eigenen Worten, angelehnt an Lk 23,46: „Vater, in deine Hände lege ich mein Leben.“
Diakonweihe: auf dem Weg zur Priesterweihe
Die Weihe zum Diakon ist für Lukas Röder eine Station auf dem Weg zur Priesterweihe und gilt als vorläufiger Höhepunkt auf dem Berufungs- und Ausbildungsweg als Priesterkandidat. Seit Ende Oktober 2024 arbeitet er in der Kirchengemeinde Wiesloch-Dielheim mit und bereitet sich intensiv auf seine Diakonweihe vor. Das Wort „Diakon“ stammt vom griechischen Verb „diakonein“. Es bedeutet „dienen“ und „fürsorglich helfen“.
Während der Diakonweihe gibt es eine Reihe besonderer Rituale: Die Weihekandidaten liegen während der Allerheiligenlitanei ausgestreckt vor dem Altar – Ausdruck dafür, dass sich die angehenden Diakone vorbehaltlos in den Dienst Gottes stellen möchten. Dann folgt das freiwillige Versprechen, ein Mann des Gebets zu sein, den Armen zu helfen, in Ehelosigkeit zu leben und dem Bischof die Treue zu halten. Nun legen die Kandidaten ihre Hände in die des Bischofs – ein Ausdruck des gegenseitigen Vertrauens. Die eigentliche Weihehandlung vollzieht sich dann durch die Handauflegung des Bischofs und das von ihm gesprochene Weihehochgebet. Im Anschluss daran werden die Diakone mit der Stola und der so genannten Dalmatik bekleidet, die Zeichen ihres Dienstamtes sind. Sie erhalten zudem ein Evangeliar überreicht, denn die Verkündigung des Evangeliums ist eine ihrer zentralen Aufgaben. Am Ende der Weihe entbietet der Bischof den neugeweihten Diakonen als Zeichen der Wertschätzung den Friedensgruß.
(cvl/kas)




