Wechseljahre und deren Einfluss auf die Arbeitswelt

In einem sehr aufschlussreichen und interessanten Artikel des Deutschlandfunks geht es genau um dieses Thema.

„Frauengesundheit fand lange Zeit kaum Beachtung im Forschungskontext und ist auch im betrieblichen Gesundheitsmanagement erst seit wenigen Jahren wirklich ein Thema“, sagt Andrea Rumler, Professorin für allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Marketing an der HWR Berlin. Dabei würden allerdings oft nur die Bedürfnisse junger Frauen adressiert, das Thema Wechseljahre sei weitgehend noch ein Tabuthema im betrieblichen Arbeitskontext, so Rumler. Das bestätigten die von ihr und ihrem Team erhobenen Daten in der Studie zum Thema Wechseljahre am Arbeitsplatz. Erste Ergebnisse daraus liegen nach einer Befragung von mehr als 2.000 Frauen im Alter zwischen 28 und 67 Jahren vor.
 
In der Befragung gaben 52 Prozent der Frauen an, die Wechseljahre seien nach wie vor ein Tabuthema am Arbeitsplatz und sie fühlten sich damit alleingelassen. Gleichzeitig gaben viele der Befragten an, dass sie durch körperliche und geistige Erschöpfung, Schlafstörungen, erhöhte Reizbarkeit, depressive Verstimmung sowie Hitzewallungen negativ am Arbeitsplatz beeinflusst werden, berichtet Studienleiterin Andrea Rumler. „Aber auch Gelenk- und Muskelbeschwerden, Augentrockenheit und Migräne wurden häufig als Beeinträchtigung genannt.“
 
Eine weitere Studie der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin belegt, dass jede vierte Frau aufgrund der Wechseljahresbeschwerden ihre Stundenzahl reduziert habe. Fast 20 Prozent der Befragten über 55 gaben an, früher in den Ruhestand gehen zu wollen. Zehn Prozent sind es bei den Befragten insgesamt, die früher in Rente gehen wollen oder es bereits getan haben. Fast ein Drittel der befragten Frauen war aufgrund von Wechseljahressymptomen schon einmal krankgeschrieben oder hat unbezahlten Urlaub genommen. Mehr als jede sechste Befragte hat wegen ihrer Wechseljahressymptome schon einmal die Stelle gewechselt. 
„Wenn sich die Frauen im Unternehmen verstanden fühlen würden mit ihren Wechseljahresbeschwerden, die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken, dann wäre das für die Unternehmen besser, weil die Frauen dann nicht vorzeitig ihre Stellen im Unternehmen verlassen“, sagt Studienleiterin Andrea Rumler. „Angesichts des dramatischen Fachkräftemangels, den wir schon jetzt in Deutschland haben, wäre es für die Unternehmen wünschenswert, dass sie ihre Mitarbeiterinnen viel länger als bisher halten können.“
Ca. dreiviertel der Befragten wünschten sich, der Studie zufolge, eine Sensibilisierung für das Thema bei den Führungskräften. Es gehe vielen darum, Awareness, also überhaupt erst mal ein Bewusstsein für die Problematik zu schaffen. Aber auch die Mitarbeitenden sollten sensibilisiert werden. Ebenso eine offenere Kommunikation wäre gewünscht.“
 
Weiterführende Information sowie der ganze Artikel sind nachstehend zu finden unter:
Wie Wechseljahre Frauen am Arbeitsplatz einschränken | tagesschau.de