„Weil Frauen und Männer biologisch unterschiedlich sind. Hormone, Stoffwechsel und Körperbau beeinflussen, wie Krankheiten entstehen und verlaufen. Diese Unterschiede wirken sich direkt auf Arbeitssicherheit, Gesundheit und Leistungsfähigkeit aus. Gendermedizin stellt den Menschen in den Mittelpunkt, damit alle eine gleichwertige Behandlung erhalten können. Das Geschlecht ist ein Faktor, aber auch ethische und soziokulturelle Aspekte spielen eine Rolle“, so Dr. Irina Getzendörfer, Arbeitsmedizinerin.
„Medizinische Forschung basierte lange auf männlichen Probanden. Das prägt Diagnostik und Standards bis heute. In Betrieben zeigt sich das etwa durch unpassende Schutzausrüstung, ungeeignete Ergonomie oder Beschwerden, die zu wenig Beachtung finden. Schutzausrüstung muss passen, sonst schützt sie nicht. Auch Temperatur, Sitzhöhe oder Bildschirmposition beeinflussen die Gesundheit. Kleine Anpassungen an die Bedürfnisse von Frauen haben dabei oft große Wirkung.“
