Freiburg. In ihrer jüngsten Sitzung hat die Kirchensteuervertretung der Erzdiözese Freiburg wichtige finanzielle und strukturelle Weichenstellungen getroffen. Im Mittelpunkt der Sitzung am Freitag (25. Juli) unter Leitung von Prof. Annette Bernards standen die neue Schlüsselzuweisungsordnung, Anpassungen der Kirchensteuerordnung sowie aktuelle Informationen zum Prozess „Kirchenentwicklung 2030“.
Mit der neuen Schlüsselzuweisungsordnung, die ab dem 1. Januar 2026 gelten soll, reagiert die Erzdiözese auf veränderte Anforderungen in der Pastoral und Verwaltung. Der Anteil der Kirchengemeinden am Kirchensteuernettoaufkommen wird auf 48,5 Prozent erhöht – ein Plus von vier Prozentpunkten. Damit sollen die Gemeinden gestärkt und die durch K2030 ausgelösten Aufgabenverschiebungen berücksichtigt werden.
Ein wesentliches Element der neuen Ordnung ist ein pauschalisiertes Zuweisungssystem für allgemeine Schlüsselzuweisungen (ohne Kindertageseinrichtungen). Diese Neuerung reduziert den Verwaltungsaufwand, stärkt das Subsidiaritätsprinzip und erleichtert die finanzielle Planung vor Ort. Die bisherige Punktequote bei Kitas bleibt bestehen – für 2026 empfiehlt die Kirchensteuerkommission einen Mittelwert von 588 Euro pro Punkt.
„Die neue Schlüsselzuweisungsordnung ist mehr als eine technische Reform“, erklärte Prof Annette Bernards, Vorsitzende der Kirchensteuervertretung. „Sie ist Ausdruck eines klaren Perspektivwechsels: Wir geben den Kirchengemeinden mehr Verantwortung und Gestaltungsspielraum. Damit unterstützen wir das zentrale Anliegen von K2030, lokale Kräfte zu stärken und das Prinzip der Subsidiarität konsequent umzusetzen.“
Ein weiterer Tagesordnungspunkt war der Bericht zum aktuellen Stand der Kirchenentwicklung 2030. Generalvikar Christoph Neubrand unterstrich, dass die Umsetzung des Reformprozesses weiterhin hohe Priorität habe. Die heutigen Beschlüsse bildeten dafür eine entscheidende Grundlage.
Die Kirchensteuervertretung berät und beschließt den Haushalt der Erzdiözese. Die Amtszeit beträgt sechs Jahre. Weitere Informationen zu den Finanzen des Erzbistums Freiburg: www.ebfr.de/finanzen.
(mm)


