Erzdiözese Freiburg unterstützt zusammen mit Misereor Lieferketten-Beschwerde
25.11.2025 |
Vorwurf von Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzungen in Peru
Aachen/Freiburg. Gemeinsam mit Betroffenen von Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzungen in Peru haben Misereor und die peruanische Partnerorganisation Red Muqui heute zwei Beschwerden gegen den Hamburger Metall-Konzern Aurubis beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) eingelegt. Als enger Partner der peruanischen Kirche unterstützt die Erzdiözese Freiburg dies.
Die Beschwerdeführenden werfen dem Unternehmen vor, gegen gesetzliche Sorgfaltspflichten, die das Lieferkettengesetz (LkSG) vorsieht, zu verstoßen und Kupferkonzentrate aus Minen in Peru zu importieren, bei deren Abbau es zu schweren Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzungen gekommen ist.
In beiden Fällen haben die Bergbauaktivitäten schwerwiegende Auswirkungen auf das Leben der betroffenen Menschen und die Umwelt. Vergiftetes Grundwasser, verseuchte Böden und Fischgründe sowie Luftverschmutzung sind Ursachen für häufige Krebserkrankungen und schwere Atemwegs- und Hauterkrankungen der Menschen, die im Umfeld der Bergbaustandorte nahe Puerto Huarmey und im Tumilaca-Tal leben.
Enge Partnerschaft mit der Erzdiözese Freiburg
Die Erzdiözese Freiburg unterhält eine enge Partnerschaft mit der peruanischen Kirche und unterstützt die Beschwerden beim BAFA. Sie ruft zu Begegnungen zwischen dem Wirtschaftssektor in Deutschland und den betroffenen Gemeinden in Peru auf. „Kupfer ist für Deutschland ein strategisches Metall, von dem es abhängig ist. Wir müssen einen ‚Wettlauf nach unten‘ vermeiden, bei dem Unternehmen und Länder auf Kosten von Menschen und der Umwelt um die niedrigsten Standards konkurrieren. Die deutsche Industrie und die Zulieferer für kritische Metalle müssen die Menschenrechte und die Umwelt respektieren“, erklärt Vanessa Schaeffer, Referentin für Menschenrechte und Rohstoffgerechtigkeit in Peru beim Erzbistum Freiburg.
Mehr als 2000 Menschen aus den umliegenden Fischergemeinden In Peru sind von den Umweltverschmutzungen der Mine Antamina in der Gemeinde Puerto Huarmey betroffen.
„Unser Trinkwasser und unsere Böden machen uns krank, aber teures abgefülltes Wasser aus dem Supermarkt können sich Viele nicht leisten“, berichtet Estela Rojas, Antragstellerin der Beschwerde gegen Aurubis. „Jeden Monat stirbt jemand aus unserer Gemeinde an Krebs, auch ich bin erkrankt. Bei sehr vielen Kindern und Erwachsenen unserer Gemeinden konnte Arsen im Blut festgestellt werden und die Ärzte empfehlen uns dringend, unsere Heimat zu verlassen“, sagt Rojas.
„Uns liegen Hinweise der peruanischen Umweltbehörden vor, dass die beiden Minen die Kontaminierungen der Umgebung verschulden“, berichtet Beatriz Cortez von der Menschenrechtsorganisation Red Muqui. „Peru ist weltweit der zweitgrößte Kupferproduzent und die peruanische Bevölkerung bezahlt mit ihrem Leben und ihrer Gesundheit für die Entwicklung des globalen Nordens.“
Lieferkettengesetz ist unverändert in Kraft
„Aurubis trägt als Kupferimporteur nach unseren Recherchen eine große Mitverantwortung am Leid vieler Menschen und einer systematischen Umweltverschmutzung“, erklärt Mattes Tempelmann, Misereor-Berater für Bergbau, Ökologie und Menschenrechte. „Wir fordern, dass Aurubis in Absprache mit den Betroffenen vor Ort, effektive Maßnahmen zur Beendigung und Wiedergutmachung in Puerto Huarmey und im Tumilaca-Tal umsetzt und damit ihre Pflichten gemäß dem Lieferkettengesetz nachkommt“, so Tempelmann.
„Das LkSG ist immer noch unverändert in Kraft, auch wenn die Bundesregierung eine Novelle zu dessen Abschwächung vorgeschlagen hat“, sagt Armin Paasch, Experte für Menschenrechte und Wirtschaft bei Misereor. „Vom BAFA erwarten wir, dass es die Vorfälle unvoreingenommen und gründlich prüft, Maßnahmen zur Beendigung der Verstöße anordnet und notfalls auch Bußgelder verhängt.“ Mit Blick auf die Zukunft des LkSG fordert Paasch: „Jeglicher Rückschritt beim Menschenrechtsschutz verstößt gegen EU- und Völkerrecht. Wir erwarten selbstverständlich, dass die Bundesregierung dies bei der Novellierung des LkSG wie auch bei den aktuellen Verhandlungen zur EU-Lieferkettenrichtlinie ohne Abstriche einhält.“












