CIS/CISGESCHLECHTLICH

aus dem Lateinischen „cis“ = diesseits, binnen, innerhalb. Cisgeschlechtlich sind Menschen, die das Geschlecht haben, welches ihnen (bei der Geburt von medizinischem Personal) zugewiesen wurde. Cis Menschen profitieren von der gesellschaftlichen Annahme, dass aus bestimmten körperlichen Gegebenheiten „natürlicherweise“ dauerhaft ein bestimmtes Geschlecht bzw. eine bestimmte Geschlechtszugehörigkeit resultieren würde. Es wird davon ausgegangen, dass Geschlecht an körperlichen Gegebenheiten ablesbar wäre. Dagegen können Menschen mit ganz unterschiedlichen körperlichen Gegebenheiten Frauen, Männer, Menschen anderer Geschlechter oder geschlechtslos sein und nur sie selbst können dies wissen.
Das gegenteilige Eigenschaftswort lautet transgeschlechtlich (aus dem Lateinischen „trans“ =
jenseits, darüber hinaus). Es bedeutet, dass eine Person nicht, nicht nur, nicht ganz oder nicht immer das Geschlecht hat, welches ihr (bei Geburt durch medizinisches Personal) zugewiesen wurde.
Cis-Sein gilt in unserer Gesellschaft als Norm und ist mit zahlreichen (cis Menschen meist nicht bewussten) Privilegien verknüpft.
 
cis Privilegien innerhalb von Kirche sind unter anderem:
-      passende Ansprache als „Brüder und Schwestern“ im Gottesdienst oder als „Sehr geehrte Damen und Herren“ (nicht binäre Menschen werden so nicht angesprochen)
-      In Seelsorgesituationen müssen cis Menschen nicht befürchten von Priestern/ Pastoralreferent*innen etc. in Bezug auf Geschlecht nicht als besonders, krank, verwirrt oder verdammt wahrgenommen zu werden.
-      cis Frauen und Männer können eine kirchenrechtlich gültige (heterosexuelle) Ehe eingehen
-      cis Menschen haben durch z.B. Religionsunterricht oder Gottesdienste Heilige und biblische Personen kennengelernt, die das gleiche Geschlecht haben wie sie selbst.