meint die Benachteiligung von Menschen mit Blick auf deren Anerkennung, Teilhabe-, Handlungs- und Selbstbestimmungsmöglichkeiten. Diskriminierung kann sich konkret äußern in u.a. ungleicher Behandlung, Benachteiligung beim Zugang zu Ressourcen, Positionen und Gütern, Ausgrenzung, Kontaktvermeidung, Othering (zu anderen machen), Abwertung, Beleidigung, Gewaltanwendung und Identitätszuschreibungen. Wir verstehen Diskriminierung immer als strukturelle Diskriminierung. Dies bedeutet das Zusammenspiel von individueller und zwischenmenschlicher, kultureller und institutioneller Ebene. Gesellschaftliche Normen und wirkungsmächtige Gruppenkonstruktionen sind die Grundlage für diskriminierende Praktiken und Strukturen. Die Zugehörigkeit zu einer Gruppe wird geschaffen. Dies geschieht z.B. durch Zuweisung von Geschlecht, durch Rassifizierung (Rassismus), Behinderung oder Klassenherkunft. Menschen können auch von mehreren Zuschreibungen betroffen sein, was die negativen Effekte noch verstärkt (Intersektionalität). Diskriminierung verhindert die gleichberechtigte Ausübung grundlegender Freiheiten im öffentlichen Raum und verletzt so Menschenrechte und den Grundsatz von Gleichheit und Gerechtigkeit.[1] Diskriminierung kann beabsichtigt sein oder unbewusst passieren. Es können Einzelpersonen durch individuelle Handlungen (auch Sprechen) diskriminieren (individuelle und zwischenmenschliche Ebene), aber auch Wissen, Normen, Werte, Sprache, Bilder, Diskurse (kulturelle Ebene) oder Politiken, Strukturen, Gesetze, rechtlich festgeschriebene Praxen können diskriminierend sein (institutionelle Ebne). Der Begriff meint den Vorgang genauso wie das Ergebnis. Diskriminierung setzt soziale, wirtschaftliche, politische Macht (Privilegien) voraus und dient gleichzeitig deren Aufrechterhaltung.
Internalisierung meint Verinnerlichung oder Aneignung (lat. internus „innen befindlich“) von Haltungen, Normen, Werten, Gefühlen oder sozialen Rollen/ Rollenerwartungen im Kontext von Diskriminierung. Dabei werden positive oder negative Botschaften über die eigene - selbstgewählte oder zugewiesene - und damit auch über eine andere Gruppe verinnerlicht.
Erlebte Diskriminierungen oder Privilegierungen werden unbewusst verinnerlicht oder ihnen wird auch bewusst zugestimmt, so kann eine internalisierte Über- bzw. Unterlegenheit entstehen.
Diskriminierungen sollten benannt und abgebaut werden. Konkret könnte das durch Ansätze des Empowerments, bzw. des Powersharings oder des Verbündet-Seins, als einer Form der Solidarität, angegangen werden.
[1] Wir können verschiedene Ebenen von Diskriminierung unterscheiden, die oftmals aber ineinander verzahnt sind.
- Interaktion: zwischenmenschliche Ebene (z.B. Beleidigungen/Beschimpfungen).
- Ideologie: ideologische, kulturelle und diskursive Ebene (z.B. kein Vorkommen von queeren Kindern in Kinderbüchern und damit auch keine Repräsentation von ihnen).
- Institution: institutionelle und strukturelle Ebene (Traditionen, Gesetze, eingeschliffene Handlungsabläufe, Rollenzuschreibungen; z.B. Zugang zu Führungspositionen in Kirche und Gesellschaft).




