Das Palliative Care Forum hatte gemeinsam mit dem FORUM Älterwerden und dem Referat Inklusion-Generationen dazu eingeladen, die stets von einer Demenz mitbetroffenen Angehörigen in Vortrag und Gespräch in den Mittelpunkt zu rücken.
In einem weiten Bogen entwickelte die Referentin die Situation vieler Angehöriger von Menschen mit Demenz: Demenz wird oft als lange Reise des Abschiednehmens bzw. als ein „Abschied auf Raten“ erlebt. Dadurch, dass praktische Fragen in der Pflege und Betreuung eines von Demenz betroffenen Menschen in den Vordergrund treten, so Antje Koehler, erscheine vielen Angehörigen die Bewältigung von Trauer und Abschied oftmals als nachrangig.
Hinzu kommt: Trauer ist gesellschaftlich noch immer mit einem Tabu belegt – zumal, wenn es um Trauer zu Lebzeiten des Menschen mit Demenz geht. Antje Koehler hat dafür – für die Trauer vor dem Versterben – den Begriff der „weißen Trauer“ geprägt und damit die Bedeutung der Bewältigung dieses Trauerprozesses in den Vordergrund der Aufmerksamkeit gerückt.
Denn: Trauern zu können, ist in einer Zeit der Abschiede und Verluste ein natürlicher, wichtiger Prozess und eine Qualität menschlichen Lebens. In einer Querschnittstudie aus dem Jahr 2023, so Antje Koehler, zeigte sich, dass 78 Prozent der Angehörigen von Menschen mit Demenz über eine Trauer vor dem Tod berichten.
Viele Angehörige von Menschen mit Demenz bleiben mit ihrer Trauer alleine. Die Referentin forderte, in unserem Gesundheitssystem einen anderen Blick einzunehmen und den Fokus auf Familien und Angehörige nicht erst ab dem Zeitpunkt des Lebensendes zu legen, sondern sie etwa bereits ab dem Zeitpunkt der Diagnose einer Demenz in der Verarbeitung ihrer Trauer zu unterstützen.
Antje Koehler schloss ihren Vortrag mit einem Satz der Trauerexpertin Chris Paul: „Trauer ist die Lösung, nicht das Problem.“








