Erzbischof em. Dr. Robert Zollitsch

 
 

Erzbischof em. Dr. Robert Zollitsch.
Dr. Robert Zollitsch wurde am 9. August 1938 als Volksdeutscher ("Donauschwabe") in Filipovo (Philippsdorf) im ehemaligen Jugoslawien geboren. Nach der Vertreibung und Flucht aus der Heimat kam die Familie 1946 nach Oberschüpf im Landkreis Tauberbischofsheim und damit in die Erzdiözese Freiburg. 1953 siedelte sie nach Mannheim-Rheinau um.


Von 1960 bis 1964 studierte er als Priesteramtskandidat Theologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und an der Ludwig-Maximilian-Universität München. Nach der pastoral-praktischen Ausbildung im Priesterseminar St. Peter wurde er am 27. Mai 1965 im Münster in Freiburg von Erzbischof Dr. Hermann Schäufele zum Priester geweiht.


Im März 1974 wurde Robert Zollitsch mit einer Dissertation über "Amt und Funktion des Priesters in den ersten zwei Jahrhunderten" von der Theologischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg zum Doktor der Theologie promoviert.

 

Im April 1983 berief ihn Erzbischof Dr. Oskar Saier als Mitarbeiter ins Erzbischöfliche Ordinariat und übertrug ihm die Aufgabe des Personalreferenten. Bis zu seiner Wahl zum Erzbischof von Freiburg war Robert Zollitsch verantwortlich für den Einsatz aller Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die in der Seelsorge tätig sind, also der Pfarrer und Vikare sowie der Ständigen Diakone, der Pastoralreferenten und Pastoralreferentinnen und der Gemeindereferenten und Gemeindereferentinnen.

 

Am 20. Juli 2003 wurde Dr. Robert Zollitsch zum Bischof geweiht und in sein Amt als vierzehnter Erzbischof der 1827 gegründeten Erzdiözese eingeführt. Von 2004 bis 2008 war er Vorsitzender des Verwaltungsrates und des Verbandsausschusses des Verbandes der Diözesen Deutschlands (VDD). Von Februar 2008 bis März 2014 war er Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz.

 

Mit Wirkung vom 17. September 2013 hat Papst Franziskus den Amtsverzicht des Erzbischofs angenommen und ihn zum Apostolischen Administrator des Erzbistums Freiburg ernannt. Diese Ernennung galt bis zum Amtsantritt seines Nachfolgers, Erzbischof Stephan Burger, am 29. Juni 2014.

 

Wahlspruch

"In der Gemeinschaft des Glaubens" - "in fidei communione"

Umgang mit Missbrauchsvorwürfen im Erzbistum Freiburg

Im April 2023 stellte eine unabhängige Aufarbeitungskommission fest, dass Erzbischof Zollitsch bis Anfang 2014 vielfach sexuellen Missbrauch durch katholische Priester im Erzbistum Freiburg vertuschte und dabei das Kirchenrecht ignorierte. Im Oktober 2022 hatte Zollitsch selbst in einer Videoansprache bereits solche Fehler zugegeben und die Verantwortung übernommen. Außerdem gab er nach Veröffentlichung des Berichts den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland, den Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg und die Große Staufermedaille in Gold zurück. Zudem verzichtet er auf eine Beisetzung in der Bischofslege des Freiburger Münsters.


Wegstationen
 
  • 9. August 1938: geboren in Philippsdorf (Filipovo) als „Volksdeutscher“ im ehemaligen Jugoslawien
  • 1946: nach Flucht und Vertreibung gelangt die Familie nach Oberschüpf im Landkreis Tauberbischofsheim (Erzdiözese Freiburg). 1953 Umzug nach Mannheim-Rheinau
  • 1960-1964: Studium der Theologie und Philosophie als Priesteramtskandidat in Freiburg i. Br. und München und pastoral-praktische Ausbildung im Priesterseminar St. Peter im Schwarzwald
  • 27. Mai 1965: Priesterweihe im Münster Unserer Lieben Frau in Freiburg durch Erzbischof Dr. Hermann Schäufele
  • 1965-1967: Vikar in Mannheim und Buchen
  • 1967 – 1972: Repetitor am Erzbischöflichen Theologenkonvikt Collegium Borromaeum Freiburg
  • 1972 – 1974: Dozent am Priesterseminar in St. Peter im Schwarzwald
  • März 1974: Promotion zum Doktor der Theologie (Titel der Dissertation: „Amt und Funktion des Priesters in den ersten zwei Jahrhunderten“)
  • 1974 – 1983: Direktor des Erzbischöflichen Theologenkonvikts Collegium Borromaeum in Freiburg
  • 1983 – 2003: Berufung durch Erzbischof Dr. Oskar Saier zum Personalreferenten der Erzdiözese
  • 1984: Ernennung zum Domkapitular im Metropolitankapitel Freiburg
  • 16. Juni 2003: Ernennung zum 14. Erzbischof von Freiburg durch Papst Johannes Paul II.
  • 20. Juli 2003: Bischofsweihe durch Erzbischof em. Dr. Oskar Saier, Amtseinführung als Erzbischof von Freiburg (Wahlspruch: ‚in fidei communione’ – In der Gemeinschaft des Glaubens)
  • seit September 2003: Mitglied der Kommission für Geistliche Berufe und Kirchliche Dienste der Deutschen Bischofskonferenz
  • von September 2003 bis September 2006: Mitglied der Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz
  • 29. Juni 2004: Verleihung des Palliums durch Papst Johannes Paul II.
  • von August 2004 bis Juni 2008: Vorsitzender des Verwaltungsrates sowie des Verbandsausschusses des Verbandes der Diözesen Deutschlands
  • seit Oktober 2004: Mitglied im Universitätsbeirat der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
  • seit 2004: Leiter des Beirats für Berufungspastoral (der von der Kommission für „Geistliche Berufe und Kirchliche Dienste“ berufene Bischof für den Beirat)
  • 18. Februar 2008 bis 12. März 2014: Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
  • 28. Mai 2008: Ehrendoktorwürde der Kardinal-Stefan-Wyszyński-Universität in Warschau
  • 20. Dezember 2010: Berufung zum Mitglied des Päpstlichen Rates zur Förderung der Neuevangelisierung durch Papst Benedikt XVI.
  • 17. September 2013 bis 29. Juni 2014: Apostolischer Administrator des Erzbistums Freiburg