
geboren (wahrscheinlich) 482 in Irland
Das gesamte Wissen über den Klostergründer von Säckingen stammt aus dem 10. Jahrhundert. Der Mönch Balther, später Bischof von Speyer, hat das Leben des Heiligen beschrieben.
Die Legende lässt Fridolin Ende des 5. Jahrhunderts, aus Irland kommend, in Poitiers das Grab des von ihm verehrten Hilarius aufsuchen. Er findet den Wallfahrtsort jedoch durch die Wirren der Völkerwanderung völlig zerstört vor und lässt ein neues Gotteshaus errichten. Dafür ernennt ihn der Bischof von Poitiers zum Abt des zur Kirche gehörenden Klosters.
Es wird berichtet, dass Fridolin im Traum eine Insel erschienen ist. Die Suche nach diesem Ort führt den wandernden Gottesmann an den Rhein ins Land der Alemannen, wo er predigt und an vielen Orten Hilarius-Kirchen errichten lässt.
In der Rheininsel beim heutigen Bad Säckingen erkennt Fridolin endlich sein lang gesuchtes Ziel. Weil die alemannische Bevölkerung vor Ort den Missionar vertreibt, wandert Fridolin an den fränkischen Königshof und lässt sich die Insel als Schenkung durch König Chlodwig I. bestätigen.
Das von ihm gegründete Säckinger Doppelkloster entwickelt sich in der Folgezeit rasch zu einem religiösen, kulturellen und wirtschaftlichen Zentrum.
Zeitlich lässt sich die Legende einordnen in die Phase der sogenannten "fränkischen Landnahme" nach dem Sieg über die Alemannen im Jahr 496.
Als wandernder Abt ist Fridolin auch in der Schweiz aktiv gewesen. Davon berichtet einen weitere Legende aus der Vita des Heiligen. Urso aus Glarus, ein vornehmer Mann, schenkt dem Missionar ein großes Stück Land - den heutigen Kanton Glarus in der Schweiz. Nach dem Tod von Urso hat dessen Bruder Landolf die Schenkung allerdings nicht anerkannt. Nach der Legende erweckt Fridolin den toten Urso zum Leben, damit er als Zeuge vor Gericht für ihn aussagen kann.
In der Folgezeit erbaut Fridolin in diesem Landstrich zahlreiche Hilarius-Kirchen. Daran soll der Name "Glarus" für den Landstrich erinnern. Im Wappen des Kantons jedenfalls erscheint Fridolin als Pilger.
Schon früh entwickelt sich eine überregionale Verehrung für den Heiligen. Seit 1347 ist die alljährlichen Prozession zum Todestag bezeugt. Acht Männer tragen dabei den sechs Zentner schweren Reliquienschrein durch die Straßen von Bad Säckingen. Um 1750 hat die Äbtissin des Stifts den Auftrag für diese Silberarbeit gegeben und dafür die enorme Summe von 8000 Gulden zur Verfügung gestellt.
In der Vergangenheit ist der Wahrheitsgehalt der legendenhaften Lebensbeschreibung unterschiedlich beurteilt worden. Heute gilt als gesichert, dass Fridolin als einer frühesten Missionare das Land der Alemannen bereist und in Säckingen eines der ersten Klöster gegründet hat.
Literatur:
- St. Fridolin von Säckingen: Glaubensbote am Hochrhein, Mechtild Pörnbacher, Verlag Fink, 2001, ISBN 3-933784-96-4
- Vita Sancti Fridolini: Leben und Wunder des heiligen Fridolin von Säckingen, beschrieben von Balther von Säckingen, Bischof von Speyer, Texte, Übersetzung, Kommentar, Mechthild Pörnbacher, Verlag Thorbecke, 1997, ISBN 3-7995-4250-7


