
geboren 25.09.1734 in Paris
gestorben 16.02.1803 in Ettenheim
letzter Fürstbischof der alten Diözese Straßburg
Louis René Edouard, Prince de Rohan-Guémené, gehört zum französischen Hochadel. Angehörige dieses bretonischen Geschlechts haben seit Beginn des 18. Jahrhunderts ununterbrochen den Straßburger Bischofsstuhl inne.
Nach Studium und Priesterweihe erhält der 21-jährige Louis René Edouard eine Abtei in der Auvergne. Im Herbst des gleichen Jahres wird sein Onkel Louis César Constantin Fürstbischof in Straßburg. Bereits zwei Jahre nach der Amtseinführung erbittet er einen Koadjutor mit dem Recht der Nachfolge und schlägt für diese Aufgabe seinen Neffen vor. Beide empfangen am 07. Mai 1770 den Brautzug der Marie Antoinette in Straßburg.
Ab 1772 vertritt Louis René Edouard Frankreich als Botschafter am Wiener Hof. Nach seiner Abberufung erhält er 1778 den Kardinalshut und besteigt nach dem Tod seines Onkels am 11. März 1779 den bischöflichen Stuhl in Straßburg, bleibt jedoch weiter in Paris.
1785 wird er in die sogenannte Halsbandaffäre verwickelt, was ihm den Spottnamen „Kardinal Collier“ einbringt. Der von König Ludwig XVI. öffentlich angelegte Prozess vor dem Parlament erschüttert den letzten Rest von Ansehen, den Thron und Kirche noch genießen. Damit trägt Louis René Edouard unfreiwillig zum Ausbruch der Französischen Revolution bei. Obwohl 1786 freigesprochen, muss sich der Kardinal in eines seiner Klöster zurückziehen und auf alle Staatsämter verzichten.
Nach dem Ausbruch der Revolution erkennt Louis René Edouard schnell, dass Frankreich für ihn unsicher geworden ist. Aus diesem Grund überquert er mit seinem gesamten Hof am 13. Juli 1790 die Grenze, geht in die rechtsrheinischen Besitzungen des Stifts Straßburg und baut in Ettenheim seine provisorische Residenz auf. In der gesamten Ortenau gewährt er Flüchtlingen aus Frankreich Schutz und formiert eine Legion für den Kampf gegen die Revolution. Auf Druck der Anrainerstaaten muss die Truppe jedoch das Territorium des Hochstifts verlassen.
1801 werden die linksrheinischen Gebiete abgetrennt und das Bistum Straßburg neu errichtet. Kardinal Louis René Edouard verliert dann auch noch im Folgejahr die weltlichen Herrschaften Oberkirch und Ettenheim an den badischen Markgrafen. Als gebrochener Mann stirbt der einstmals glanzvolle Barockfürst hochverschuldet am 16. Februar 1803 in Ettenheim und wird in der örtlichen Pfarrkirche beigesetzt, der letzten Bischofskirche des alten Bistums Straßburg.
Wer auf den Spuren von Kardinal Louis René Edouard wandeln möchte, für den bietet die Stadt Ettenheim einen Barock-Rundweg.


