Pater Anselm Schott

 
 geboren am 05. September 1843 auf der Domäne Staufeneck
gestorben am 23. April 1896 in der Abtei Maria Laach
 

Benediktinerpater, Begründer der nach ihm benannten Volksmessbücher
 
 
Als drittes von sieben Kindern kommt Friedrich August Schott am 05. September 1843 in der Gemeinde Salach auf die Welt. Sein Vater Eduard Saladin ist Gutspächter der Domäne Staufeneck im mittleren Filstal zwischen Göppingen und Geislingen. Zum Besuch der Grundschule schicken die Eltern den Siebenjährigen zu Verwandten nach Viernheim bei Worms, später besucht er die Gymnasien in Darmstadt und Ehingen und studiert Theologie in Tübingen und München. Nach seiner Priesterweihe am 10. August 1867 erhält Schott seine erste Stelle als Vikar in Biberach. Bereits ein Jahr später wird er jedoch beurlaubt, um im Kloster Beuron in den Orden der Benediktiner eintreten zu können. Hier nimmt er den Namen Anselm an und beginnt seine wissenschaftliche Tätigkeit.

Einen erneuten Wendepunkt im Leben bringen die sogenannten 'Maigesetze', mit denen unter anderem Preußen 1875 alle Orden und Kongregationen verbietet, die sich nicht mit Krankenpflege befassen. Die erst wenige Jahre bestehende Benediktinerabtei Beuron muss daraufhin bis 1887 Pforte schließen. Pater Anselm wird in der Folgezeit von seinem Orden in verschiedenen Klöstern eingesetzt. Zur wichtigsten Station gerät dabei Maredsous in Belgien, einer Tochtergründung von Beuron. Hier lernt Schott das vom späteren Abt Gérard van Caloen erarbeitete 'Missel des Fidéles' kennen, ein lateinisch-französisches Volksmessbuch, das ab 1882 von der Abtei Maredsous herausgegeben wird. Schott wird davon angeregt, ein vergleichbares Werk in deutscher Sprache zu schaffen, um Laien ein bewusstes Mitfeiern der Messe zu ermöglichen.

1884 erscheint im Verlag Herder in Freiburg das erste Schott-Messbuch, das mittlerweile mehr als 50 Auflagen erlebt hat und auch als CD-ROM erhältlich ist. Seit der Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil werden allen Sonn- und Feiertagen eigene Lesungen aus der Heiligen Schrift zugeordnet, die einem festen Zyklus folgen. Im Lesejahr A stammen die Texte vor allem aus dem Matthäus-Evangelium, im Lesejahr B von Markus und im Lesejahr C von Lukas.In den geprägten Zeiten des Kirchenjahres kommen die wichtigsten Teile aus dem Johannes-Evangelium zu Gehör.

Die Zuordnung für den Lesezyklus erleichtert eine einfache Formel: Aus der Jahreszahl wird die Quersumme gebildet und davon die ganzen Vielfachen der Zahl 3 abgezogen. Aus dem Ergebnis folgt das Lesejahr: 1 bedeutet A, 2 bedeutet B und 0 oder 3 bedeutet C. (Beispiel 2007: Quersumme 9; 9 – (2 x 3) = 3; also Lesejahr C). Das Kirchenjahr beginnt immer am ersten Sonntag im Advent.

Für die Wochentage gibt es eine eigene Ordnung, die als 'Jahr I' oder 'Jahr II' bezeichnet werden. Dieser alternierende Modus bietet die Möglichkeit, den größten Teil der Heiligen Schrift in die Feier der Liturgie  einzubinden.

Pater Anselm kehrt 1891 noch einmal nach Beuron zurück, wird aber im Folgejahr vom Orden nach Maria Laach geschickt, um bei der Neugründung des Klosters zu helfen. Dort stirbt der Benediktiner am 23. April 1896 und findet seine letzte Ruhestätte.

Den Erfolg für sein Hauptwerk kann er nicht mehr erleben. Erst in der Folgezeit wird 'der Schott' als unentbehrliches Gebetbuch für die deutschen Katholiken zu einem Markenbegriff. Es erscheint noch immer im Verlag Herder, Herausgeber ist bis heute die Erzabtei Beuron.