Das Rosenkranzgebet ist ein betrachtendes, meditatives Gebet. Zusammen mit der Gottesmutter Maria bringt es in eine enge Verbindung mit Jesus Christus: mit seiner Geburt und Kindheit, seinem öffentlichen Wirken, seinem Leiden und Tod, seiner Auferstehung und Herrlichkeit. Den Rosenkranz zu beten, so sagt es Papst Johannes Paul II., ist nichts anderes, als "mit Maria das Antlitz Christi zu betrachten". In seinem Apostolischen Schreiben Rosarium Virginis Mariae führt er aus:
"Tatsächlich ist der Rosenkranz, wenn auch von seinem marianischen Erscheinungsbild her charakterisiert, ein zutiefst christologisches Gebet. In der Nüchternheit seiner Teile vereinigt er in sich die Tiefe der ganzen Frohen Botschaft, für die er gleichsam eine Kurzfassung ist. In ihm erklingt das Gebet Marias, ihr unaufhörliches Magnificat durch das Werk der erlösenden Menschwerdung, die in ihrem jungfräulichen Schoß ihren Anfang nahm. Mit dem Rosenkranz geht das christliche Volk in die Schule Mariens, um sich in die Betrachtung der Schönheit des Antlitzes Christi und in die Erfahrung der Tiefe seiner Liebe einführen zu lassen. In der Betrachtung der Rosenkranzgeheimnisse schöpft der Gläubige Gnade in Fülle, die er gleichsam aus den Händen der Mutter des Erlösers selbst erhält."

