Hochfest der Gottesmutter

Freiburger Münster: Detail des Schmiedefensters (um 1320)

Quelle: Erzdiözese Freiburg

Zum Weihnachtsfest gehört auch die Betrachtung darüber, dass Jesus Christus von Maria, der Jungfrau, geboren wurde. Diese Tatsache ist die wichtigste Grundlage der Verehrung Mariens. Die Liturgiereform hat auf der Grundlage alter Traditionen den Oktavtag von Weihnachten wieder als Hochfest der Gottesmutter Maria gestaltet. (Vorher war der 1. Januar vor allem das Fest der Beschneidung Jesu.)

 

Elisabeth begrüßt Maria in ihrem Haus mit dem Ruf: "Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?" (Lk1,43) An dieser Stelle wird deutlich, dass Maria den gebären wird, der von allem Anfang an der Herr / der Kyrios ist. Das Konzil von Ephesus hat im Jahr 431 feierlich verkündet, dass man Maria nicht nur als Christusmutter, sondern auch als "theotokos", als "Gottesgebärerin" bzw. "Gottesmutter" bezeichnen dürfe. Dieser Ausdruck ist nicht im heidnischen Sinne zu verstehen. Es geht vielmehr in diesem Ehrentitel um die Antwort auf die Frage: Wer war der, den Maria empfangen und geboren hat. Die Antwort darauf lautet: ER war und ist wahrer Mensch und wahrer Gott. Deshalb hat Maria nicht nur ein besonderes Kind, sondern den Sohn Gottes geboren. Wer hinter den Titel Gottesmutter zurückgeht, steht in der Gefahr, die wahre Gottessohnschaft Jesu nicht ernst genug zu nehmen.

 

St. Märgen: romanisches Gnadenbild (um 1100)

Quelle: Erzdiözese Freiburg

Die Empfängnis Jesu geschah durch das Wirken des Heiligen Geistes. In der Botschaft des Engels an Josef wird geoffenbart: "das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist" (Mt 1,20). Die Mutterschaft Mariens ist aber eine wirkliche, leibliche Mutterschaft. Der Bezug zur Mutter garantiert die Wirklichkeit und Leibhaftigkeit der Menschwerdung des Sohnes Gottes. Gegen leibfeindliche und gnostische Tendenzen wurde immer festgehalten, dass Maria den Sohn Gottes leibhaftig geboren und gestillt hat.

 

Durch ihre enge Verwobenheit mit dem Heilsgeheimnis der Menschwerdung gehört Maria hinein in die Geschichte unseres Heiles. Die Gottesmutter ist auch die Mutter der Glaubenden.

Impulse zur Meditation und Vertiefung:

  • Der erste Tag des Jahres als Fest der Gottesmutter lädt ein, das neue Jahr so zu beginnen, wie sie Jesus Christus empfangen hat: Mir geschehe nach Deinem Wort.
  • Maria ist das Bild der Kirche und aller Christen, die dem Sohn Gottes in ihrem Leben Raum geben. Gott will zur Welt kommen – in uns und durch uns.
  • In der Symbolik des Alten Testamentes ist Maria die Tempelpforte, die so lange verschlossen ist, bis der Erlöser durch sie hindurchgeht. Nun steht diese Pforte offen. Jede christliche Gemeinde braucht diese geöffnete Tür, damit Menschen zu Gott finden.
  • Im Blick auf Maria kommt uns das Geheimnis der Menschenwerdung nahe. Selbst Fernstehenden leuchtet das Bild ins Herz: "das Kind und seine Mutter".
  • Jede Mutterschaft und Geburt ist durch die Geburt des Erlösers aus Maria geheiligt. Das Leben jedes Menschen ist von diesem Geheimnis der Liebe umfangen.
  • Die Gottesgeburt will auch in uns geschehen. Im Geheimnis der mütterlichen Kirche steht uns Maria bei, dass Gott in uns neu geboren wird.
  • Der Weltfriedenstag, den Papst Paul VI mit dem Neujahrstag verbunden hat, kann Maria zeigen Symbol einer friedlichen Welt. In ihr betrachten wir die heilende, friedensstiftende Liebe des Erlösers. Maria ist die Mutter des Friedens

 
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