Zum Weihnachtsfest gehört auch die Betrachtung darüber, dass Jesus Christus von Maria, der Jungfrau, geboren wurde. Diese Tatsache ist die wichtigste Grundlage der Verehrung Mariens. Die Liturgiereform hat auf der Grundlage alter Traditionen den Oktavtag von Weihnachten wieder als Hochfest der Gottesmutter Maria gestaltet. (Vorher war der 1. Januar vor allem das Fest der Beschneidung Jesu.)
Elisabeth begrüßt Maria in ihrem Haus mit dem Ruf: "Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?" (Lk1,43) An dieser Stelle wird deutlich, dass Maria den gebären wird, der von allem Anfang an der Herr / der Kyrios ist. Das Konzil von Ephesus hat im Jahr 431 feierlich verkündet, dass man Maria nicht nur als Christusmutter, sondern auch als "theotokos", als "Gottesgebärerin" bzw. "Gottesmutter" bezeichnen dürfe. Dieser Ausdruck ist nicht im heidnischen Sinne zu verstehen. Es geht vielmehr in diesem Ehrentitel um die Antwort auf die Frage: Wer war der, den Maria empfangen und geboren hat. Die Antwort darauf lautet: ER war und ist wahrer Mensch und wahrer Gott. Deshalb hat Maria nicht nur ein besonderes Kind, sondern den Sohn Gottes geboren. Wer hinter den Titel Gottesmutter zurückgeht, steht in der Gefahr, die wahre Gottessohnschaft Jesu nicht ernst genug zu nehmen.


