Mariä Geburt, Mariä Namen, Gedächtnis der Schmerzen Mariens

Du bist eine von uns, Maria - drei Marienfeste im September

"Du bist eine von uns, Maria" – diesen Titel eines modernen Marienliedes von Bruder Samuel Schraufstetter könnte man als Überschrift über die drei Marienfeste "Maria Geburt", "Maria Namen" und "Maria Schmerzen" setzen. Alle drei Feste sind nicht aus der Bibel ableitbar, sie haben ihren Ursprung vielmehr in der Marienfrömmigkeit.  Maria ist eine von uns – sie hat Geburtstag wie wir, trägt einen Namen wie wir und leidet Schmerzen wie wir – und zugleich hat sie Vorrang vor allen Heiligen, ist sie auserwählt die Mutter Gottes zu sein. Die unzähligen Marienfeste möchten dieses eine Geheimnis in immer neuen Facetten betrachten.

Mariä Geburt, 8. September - Fest

Geburt Mariens Hochaltartafel in der Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariä Krönung, Lautenbach i. R.

Quelle: Erzdiözese Freiburg

"Du Morgenröte des Heils"

Gott hat einen Heilsplan und bereitet ihn vor. Die Freude über den Beginn dieses Heils drückt sich im Fest Maria Geburt aus. Maria wird im Eröffnungs- und Hallelujavers der Liturgie dieses Tages als "Morgenröte des Heils" bezeichnet.

Das Fest der Geburt Marias gehört zu den drei ältesten Marienfesten, in der Ostkirche wurde es schon im 6. Jahrhundert begangen. Es geht zurück auf das Kirchweihfest der St. Anna Kirche in Jerusalem, die als Ort der Geburt Mariens gilt. Nach anderer Überlieferung ist Maria in Nazaret geboren. Papst Sergius hat um das Jahr 700 die Feier des Festes in Rom angeordnet, im 10./11. Jahrhundert hat es sich dann in der ganzen Kirche verbreitet.

 

Vom 8. September aus, der kein historisches Datum ist, wurde später das Fest "Maria Empfängnis" festgesetzt, das dann an Bedeutung das Fest Maria Geburt übertroffen hat. In der Regel feiert man bei Heiligen ihren Sterbetag, den Geburtstag für den Himmel, Maria und Johannes der Täufer bilden jedoch eine Ausnahme. Schon am Anfang ihres Lebens wird Gottes Heilshandeln sichtbar. Der Legende nach waren Anna und Joachim lange kinderlos, bis ihnen durch einen Engel die Geburt Marias angekündigt wurde.

 

"O Morgenröte des Heils" – Schon in der Geburt Marias leuchtet das Heil und das Handeln Gottes auf, wird die Geburt des Erlösers vorbereitet.

Mariä Namen, 12. September - Gedenktag

"Der Name der Jungfrau war Maria"

Warum ein eigenes Namensfest für Maria?
Der Gedenktag Maria Namen lädt zunächst einmal ein, nach der Bedeutung und dem Wert von Namen und der Feier des Namenstags zu fragen.

Seit dem Mittelalter ist es üblich, bei der Taufe dem Täufling den Namen eines christlichen Heiligen zu geben, als sein Schutz- und Namenspatron. Ein Name ist mehr als eine Bezeichnung, schon in der Bibel steht er für das Wesen einer Person, für Programm und Inhalt des ganzen Lebens. Immer wieder wird bezeugt, dass Gott den Menschen bei seinem Namen ruft. Beim Namen gerufen zu sein bedeutet: Ich bin gemeint, mit meinem ganzen Wesen, meiner Identität und Persönlichkeit. Gott meint mich und hat eine ganz konkrete Berufung für mich. Mein Name ist Geschenk Gottes an mich, in meinem Namenspatron habe ich ein Vorbild für mein Leben und einen Fürsprecher bei Gott.

Der Name "Maria" ist die lateinische Form des hebräischen Namens "Mirjam". Die geläufigste Übersetzung lautet die "Geliebte Jahwes" oder die "Vielgeliebte Gottes", aber auch andere Überlieferungen wie "die Erhöhte, Erhabene", "Meer der Bitterkeit" oder "Meeresstern" sind aus "Mirjam" ableitbar und haben ihren Niederschlag in Marienliedern gefunden.

Vor allen anderen Heiligen war und ist es üblich, Maria als Schutzpatronin und Fürsprecherin anzurufen. Die Entstehung des Gedenktags Maria Namen ist eng verbunden mit diesem Brauch.

Bereits 1513 erhielt die Diözese Cuenca in Spanien die Erlaubnis zur Feier eines Festes zu Ehren des heiligen Namens Mariens. Am 12. September 1683  standen die Türken vor Wien. Durch die Unterstützung des Heeres des polnischen Königs Jan Sobieski, der das Banner der Gottesmutter vorangetragen hat, konnten die Türken geschlagen und Wien gerettet werden.

Zur Erinnerung an die Errettung führte Papst Innozenz XI. das Fest Maria Namen für die ganze Katholische Kirche am Sonntag nach dem Fest Maria Geburt ein. Papst Pius X. verlegte das Fest dann auf den eigentlichen Siegestag, den 12. September.

Vor dem 16. Jahrhundert war die Verwendung des Namens Maria aus Ehrfurcht vor der Mutter Gottes ehr selten. Heutzutage wird Maria häufig als Vorname, seit dem 19. Jahrhundert sogar als zweiter Vorname für Männer, sowie als Patronin für Kirchen, Orte und Orden verwendet. In vielen Frauengemeinschaften ist es üblich, dass alle Schwestern zusätzlich zu ihrem eigenen Namen den Namen Maria tragen.


Maria als herausragende Gestalt unter den Heiligen ist ein besonderes Vorbild für alle, ihr Name, ihre Erwählung, ihre Fürsprache gilt allen. Wir alle sind "Vielgeliebte Gottes."

Gedächtnis der Schmerzens Mariens, 15. September - Gebotener Gedenktag

Albrecht Dürer, Schmerzensmutter

Quelle: Erzdiözese Freiburg

"Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen."


Ein Gedenktag, der zum Inhalt Leid und Schmerzen hat?
Maria hat durch ihre Berufung, Mutter Gottes zu sein, nicht nur Freude und Erfüllung erfahren. "Alles Leid hielt sie umfangen, das nur je ein Herz durchdrang" – so benennt es die Sequenz zum Gedenktag.

 

Einen Tag nach dem Fest Kreuzerhöhung, das zum Inhalt die Verehrung des Kreuzes Jesu als Siegeszeichen hat, wendet der Gedenktag der Mater Dolorosa, der schmerzhaften Mutter, unseren Blick auf das Mitleiden Marias. Die Verehrung der  Schmerzen Mariens, die die Bibel überliefert, entstand im Mittelalter.


Zu den klassischen 7 Schmerzen gehören:

  • Die Weissagung Simeons: "Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen."
  • Die Flucht nach Ägypten
  • Die Erfahrung der Fremdartigkeit des Selbstzeugnisses Jesu im Tempel: "Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört?"
  • Der Kreuzweg Jesu
  • Die Kreuzigung und der Tod Jesu
  • Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt
  • Die Grablegung Jesu


Das Fest der Schmerzen Mariens wurde 1423 in der Erzdiözese Köln angeordnet, in Deutschland hat man es im 15. Jahrhundert vereinzelt gefeiert. Im Jahr 1667 wurde die Feier dem Servitenorden erlaubt, bis es 1814 von Papst Pius VII. als Dankfest für die Rückkehr aus der napoleonischen Gefangenschaft allgemein eingeführt wurde.

"Alles Leid hielt sie umfangen" – dargestellt ist dies in der Pietá: Maria hält ihren toten Sohn in den Armen. Vor allem hier ist Maria Identifikationsfigur für Leidende und Trauernde. "Lass mich wahrhaft mit dir weinen" – Wir sind mit unserem Schmerz nicht allein, sondern können ihn mit Maria teilen, ihn gemeinsam mit ihr aushalten und Gott hinhalten. Am  Kreuz hat Jesus selber Maria seinem Lieblingsjünger Johannes und damit der ganzen Kirche zur Mutter gegeben. So ist sie unsere Mutter, die auch uns im Leid umfangen möchte. Das Gedächtnis der Schmerzen Mariens feiert nicht das Leid, sondern will helfen, es mit Marias Hilfe besser zu ertragen und auszuhalten. Mit Maria können wir lernen, unser eigenes Leid mit den Augen des Glaubens zu sehen, es in Verbindung zu bringen mit Tod und Auferstehung Jesu Christi. Wer anders kann uns dabei helfen als Maria, seine Mutter?

Du bist eine von uns Maria,
du bist eine von uns auf unserem Weg.
Du gehst mit uns auf unseren Straßen
Den steinigen Weg in der Spur deines Sohns.
(Text: Bruder Samuel Schraufstetter)



Sr. M. Katharina Küster, OSF

Fotos: Kath. Pfarramt Lautenbach, Wikimedia Commons