Lourdes - bewegt vom Wunder

 

 

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Über fünf Millionen pilgern finden jährlich den Weg nach Lourdes. Die meisten davon in der Hauptwallfahrtszeit vom Palmsonntag bis Allerheiligen. Damit ist Lourdes der zweitgrößte Touristenort in ganz Frankreich. Lourdes, die Stadt am Fuße der Pyräneen, hat heute rund 11.000 Einwohner. Im Sommer steht die Gegend kurzzeitig im Blickpunkt der Weltöffentlichkeit, wenn die Kolonne der Tour de France dort oder in der Nachbarschaft Etappe hält.

 

Was bringt nun aber den modernen Menschen nach dem Zeitalter der Aufklärung noch zum Wallfahren? Seit Jahrtausenden ist das eine Tradition im Christentum, die Ihren festen Sitz im Glauben hat. Denken wir nur an de großen Wallfahrtsorte der Christenheit: Jerusalem, Rom und Santiago de Compostela.


Als Bernadette im Jahre 1858 mit ein paar andere Kindern zum Brennholz sammeln ging, erschien ihr am Felsen Massabielle – der heutigen Grotte – eine Frau, die sich bei späteren Erscheinungen als Mutter Jesu zu erkennen gab. Noch weitere 17 Erscheinungen folgten, der ganze Ort kam im laizistischen Frankreich in einen regelrechten Aufruhr. Man wollte die am Felsen begonnen Prozessionen und Gebete unterbinden, doch die Sehnsucht der Menschen nach den Erscheinungen war größer. Mit der Zeit wuchs der Ort, erfuhr durch die Pilger auch einen wirtschaftlichen Aufschwung.


Was aber zieht bis zum heutigen Tag Menschen aus aller Welt in diesen Ort? Warum werden weltweit – auch in unserer Erzdiözese Freiburg – Lourdesgrotten in vielen Gemeinden errichtet und gepflegt und haben am jeweiligen Ort einen Sitz im Leben? Lourdes wird immer mit Wundern in Verbindung gebracht. In den fast nun 150 Jahren seit der ersten Erscheinung zählt die ärztliche Kommission 66 anerkannte Wunder gegenüber über 7000 Eingaben. Es sind die Wunder, die bewegen, die für die Anziehung stehen, doch gibt es neben den anerkannten Wunder viele kleine Wunder des Alltags, für die viele Gläubige an die Grotte kommen und danken.


Seit jeher ist die Vielfalt der Pilger ein Faszinosum: Heute erfährt das jeder Teilnehmer an den Prozessionen insbesondere der Lichterprozession, die der liturgischen Form einer Vigil entspricht, deren Hauptinhalt das Gebet des Rosenkranzes ist: In allen Sprachen der Welt wird von Pilgerinnen und Pilgern aus aller Herren Länder das Gebet zum sichtbaren Zeichen der allumfassenden Bedeutung ihres katholischen Glaubens. Der trinitarische Lobpreis, das gesungene „Gloria Patri“ gibt dem marianischen Gebet die richtige Perspektive, das „Lumen Christi“ am Ende der Prozession bringt noch einmal Jesus Christus als Weg, Wahrheit und Leben ins Bewusstsein der Beter.

Constanze Ott

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