Sr. M. Assumpta Schenkl: Maria Assumpta - Maria, die Aufgenommene
Der Ordensname "Maria Assumpta", insbesondere bei den Zisterzienserinnen verbreitet, leitet sich ab von der Aufnahme Mariens in den Himmel. Sr. M. Assumpta Schenkl, Priorin des wieder gegründeten Zisterzienserinnenklosters St. Maria zu Helfta und zuvor Äbtissin des Mutterklosters Seligenthal, über ihren Ordensnamen.
| Andreas Meinrad, Aufnahme Mariens in den Himmel, Hochaltarbild der Pfarrkirche St. Alban, Bad Krozingen |
Als mein Entschluss gefallen war, ins Kloster zu gehen, beschäftigte mich natürlich immer wieder die Frage: Welchen Schwesternnamen werde ich wohl bekommen? Da ich das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel schon immer sehr liebte - häufig machte ich da eine Wallfahrt nach Altötting -, keimte natürlich tief im Herzen der Wunsch, diesen Namen "Maria Assumpta" - "Maria, die Aufgenommene" zu bekommen.... Aber es war im Zisterzienserinnenkloster Seligenthal, in das ich eintrat, nicht üblich, sich den Namen zu wünschen.
So erwarteten wir alle - es waren unser fünf - den Tag der Einkleidung mit großer Spannung, und besonders natürlich den Moment, in dem der Priester bei der Überreichung der Kerze uns zum ersten Mal mit dem neuen Namen ansprach. Vielleicht können Sie ein wenig ermessen, wie groß meine Freude war, als ich diesen meinen neuen Namen hörte!
Ein Ordensname ist ja nicht ein Namenstausch ohne weitere Bedeutung. Im Gegenteil, er ist ein Programm, er gibt ein Vorbild, weist Wegrichtung und Ziel. Und so gab mir mein Ordensname Maria Assumpta die selige Gewissheit, gleichsam schon jetzt eine von Gott "Aufgenommene" zu sein, vor allem aber auch die klare Richtung, mich ganz an Maria zu orientieren, Augenblick für Augenblick zu so leben, dass dieser Name sich immer mehr verwirklichen, mich meinem Ziel näher bringen konnte, ganz in Gott aufgenommen und hineingenommen zu sein, in IHM zu leben. Sicher, es gelingt nicht immer, dieses Programm mit letzter Konsequenz zu leben. Aber da gibt es ein sehr tröstliches Wort unseres Ordensvaters, des hl. Bernhard, das immer wieder die Mutlosigkeit überwinden hilft:
Respice stellam! Voca Mariam!
Schau' auf den Stern, rufe Maria an, und sie wird dir helfen, dorthin zu kommen, wo sie selber ist:
Ins Aufgenommensein in Gott!
Sr. M. Assumpta Schenkl O.Cist.
Foto: Bild- und Filmstelle der Erzdiözese Freiburg
