Wege mit Maria - im Kloster Unserer Lieben Frau (Offenburg)


Die marianische Spiritualität der Augustiner Chorfrauen der Congregatio BMV - von Sr. Martina Merkle vom Kloster Unserer Lieben Frau in Offenburg.

 

Als 1597 Pierre Fourier und Alix Le Clerc unsere Gemeinschaft gründeten, stellten sie diese unter den besonderen Schutz der Gottesmutter Maria, was auch in der Namensgebung deutlich zum Ausdruck kommt ("Kongregation der Seligen Jungfrau Maria"). Pierre Fourier war ein großer Marienverehrer und er erklärt die Namensgebung den Schwestern, die er "wahre Töchter der Jungfrau Maria" nannte, so: "Wie die Ordensfrauen in ihrer Congregation immer das Vollkommenste gewählt haben, so wollten sie auch die Heiligste bei Gott, die Jungfrau Maria, als ihre besondere Patronin nehmen."

Jede Schwester stellt vor ihren eigenen Schwesternnamen den Namen Maria, da sie in ihr das Vorbild ihrer Congregation sieht. Treffend kommt dies in den 1986 überarbeiteten Konstitutionen in § 4 zum Ausdruck:
 

Als Ordensfrauen der Congregation Beatae Mariae Virginis verehren wir besonders Maria, die Mutter Christi, die uns ihrem Sohn zuführt: "Was immer er euch sagt, das tut“ (Joh 2,5).

 

Als unsere Gemeinschaft 1823 von Ottersweier nach Offenburg in das leerstehende Franziskanerkloster umzog, gaben die Schwestern der neuen Bleibe den Namen "Kloster Unserer Lieben Frau", und die von ihnen gegründeten Mädchenschulen tragen bis heute den Titel "Klosterschulen Unserer Lieben Frau", in der Klosterkirche weist das Altarbild (Maria Himmelfahrt) auf die Patronin des Hauses hin. Dem Besucher des Klosters fällt die Muttergottesstatue über der Klosterpforte auf und zu Recht findet sich in der Kreuzgangkapelle, der "Herzkammer des Klosters", eine eindrucksvolle spätgotische Muttergottesplastik.

Alix Le Clerc berichtet von einer Vision, die ihre Verehrung der Gottesmutter bezeugt. An ihrem Geburtstag am 2. Februar, die Kirche feiert die Darstellung des Herrn, weilt Alix lang im Gebet. Da erblickt sie Maria: "Unsere Liebe Frau erschien mir, und sie trug ihren kleinen Sohn, den sie mir gab und sagte, ich solle ihn ernähren, bis er groß sei." Das Wort Marias trifft Alix im Innersten. Die Gottesmutter vertraut ihr ihren Sohn an, sie solle ihn wachsen lassen, das heißt seine Ehre fördern. Unsere Ordensgemeinschaft hat diese Geste immer als ein Zeichen ihres apostolischen Auftrages gesehen: dem Kind helfen, dass es sich entfalte.


Eine gute Tradition des Ordens ist es, besondere Feste und bedeutsame Ereignisse auf ein Marienfest zu legen, um damit den Schutz und den Segen der Gottesmutter herabzurufen.

Für das 400jährige Ordensjubiläum fanden die Schwestern mit der Schulgemeinschaft unter dem Motto „In der Tradition verankert, der Zukunft verpflichtet“ viele Ereignisse, die bestätigten, dass die Patronin des Klosters immer ihre schützende Hand über die Ordens- und Schulgemeinschaft gehalten hat. Vertrauen wir auch weiterhin Maria, der Fürsprecherin bei Gott.

Sr. Martina Merkle OSA

 
 

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