
geboren 20. Juni 1935 in Karlsruhe
gestorben 22. Mai 1992 in Freiburg
Initiator für die Partnerschaft der Erzdiözese Freiburg mit der Kirche in Peru
Prälat Wolfgang Zwingmann gehört zu den herausragenden Persönlichkeiten in der jüngeren Geschichte der Erzdiözese Freiburg. Er hat es sich zu seiner Lebensaufgabe gemacht, für die Partnerschaft mit den Menschen in Peru Begeisterung zu wecken und die notwendigen Schritte zielstrebig zu verfolgen.
Seine außergewöhnliche Begabung führt den am 20. Juni 1935 in Karlsruhe geborenen Zwingmann zum Theologiestudium ins Collegium Germanicum nach Rom. Dort erfolgt 1960 seine Priesterweihe. Nach seiner Rückkehr in die Heimat beruft ihn Erzbischof Hermann Schäufele am 01. Februar 1964 zum Sekretär, fünf Jahre später übernimmt Zwingmann zusätzlich die Aufgabe eines Referenten in der Seelsorge für ausländische Arbeitnehmer und ihre Familien. Er bemüht sich um Seelsorger aus den Heimatländern und fördert deren Arbeit, wobei ihm seine außergewöhnliche Sprachbegabung sehr hilfreich gewesen ist. Die wegweisende Arbeit auf diesem Gebiet hat Zwingmann weit über das Erzbistum Freiburg hinaus bekannt gemacht.

Aus diesem Engagement heraus wächst für Wolfgang Zwingmann die besondere Verantwortung für die weltkirchlichen Aufgaben. Er hält Kontakt zu Bischöfen und Geistlichen aus vielen Ländern und entfaltet erstaunliche Aktivitäten. Die schon seit den 60er Jahren bestehende Patenschaft für Kandidaten des priesterlichen Dienstes in Peru und Hilfsprojekte einzelner Gemeinden verbindet er zu einer gemeinsamen Aktion. Zwingmann ist mehrfach in der Andenrepublik, wo er in mühsamer Kleinarbeit Kontakte zu Pfarreien und Verbänden knüpft (siehe Reisebericht 1986). Mit einem feierlichen Gottesdienst im Freiburger Münster am 23. Februar 1986 wird die Partnerschaft der Erzdiözese mit der Kirche und den Menschen in Peru besiegelt. Der im Jahr zuvor zum Domkapitular ernannte Wolfgang Zwingmann ist ihr Inspirator und Koordinator. Er hält diese Brücke für ein Zeichen in der zerrissen Welt und formuliert das Ziel: "Wir ... beginnen, zu begreifen, dass Gott uns seine Gaben nicht zuletzt dazu anvertraut hat, dass wir damit einander dienen."
Domkapitular Zwingmann verfügt über einen ungewöhnlich scharfen und kenntnisreichen Blick für die Wurzeln der Ungerechtigkeit. Als unbequemer Mahner prangert er die Mitverantwortung der Kirche für die Unterdrückung Lateinamerikas an, aber auch die menschenrechtsfeindlichen Praktiken der USA, sowie Versäumnisse Westeuropas und der Bundesrepublik beim Mühen um weltweite Gerechtigkeit.
Kardinal Landázuri Ricketts beruft seinen Freund Wolfgang Zwingmann zum Ehrendomherrn an der Kathedrale in Lima; auch die Republik Peru verleiht ihm hohe Auszeichnungen. Noch im März 1992 ernennt ihn Johannes Paul II. zum "Päpstlichen Ehrenprälaten".
Nach langer schwerer Krankheit ist Wolfgang Zwingmann am 22. Mai 1992 gestorben.

Der Freiburger Domkapitular ist ein Visionär der Weltkirche gewesen, der nicht nur an materielle Hilfe, sondern vor allem an eine menschliche und spirituelle Verbundenheit gedacht hat. Auf seine Initiative hin setzt sich die Kirche verstärkt für Menschenrechte in Peru ein. Der Wolfgang-Zwingmann-Fond hat in mehr als 15 Jahren seines Bestehens rund eine Viertelmillion Euro für diese Aufgabe eingesetzt.
Website zur Peru-Partnerschaft


