Erzbistum setzt bei Katholikentag auf Interaktion

07.05.2026 | Die Seelsorge steht im Mittelpunkt des Standes auf der „Kirchenmeile“ in Würz-burg. Gezielt werden besonders jüngere Menschen angesprochen.

Freiburg / Würzburg. Mit einem Seelsorgebereich als Herzstück ihres Stands präsentiert sich die Erzdiözese Freiburg auf der „Kirchenmeile“ des 104. Katholikentags, der vom 13. bis 17. Mai in Würzburg mehrere Zehntausend Menschen locken soll. Außerdem sind Freiburger Kirchenvertreter bei verschiedenen Aktionen beteiligt. Insgesamt umfasst das gesamte Programm des Katholikentags 900 Punkte. Eine Programmübersicht mit Freiburger Beteiligung gibt es im Internet unter www.ebfr.de/katholikentag.     

Auf der Kirchenmeile

Der Kirchenmeile-Stand der Erzdiözese Freiburg (FB-M-07, bei der Friedensbrücke) wurde für dieses Jahr nochmals einladender und stimmiger gestaltet. Ziel ist es, dass Besucher unkompliziert kommen und die verschiedenen Angebote wahrnehmen können. Mit dem neu justierten Konzept sollen gezielt jüngere Zielgruppen angesprochen werden. Es soll Zeit bleiben für intensive und persönliche Gespräche – besonders im Seelsorgebereich. Dieser bietet dank durchscheinenden Stoffbahnen eine gewisse räumliche Abgrenzung für Gespräche. 
 
Im Familienbereich können Kinder an einem eigens entwickelten Rätsel mit Chance auf einen kleinen Gewinn teilnehmen, Ausmalvorlagen aus dem Wimmelbuch der Erzdiözese Freiburg sowie weitere Bastel- und Malmöglichkeiten liegen bereit. Regional inspirierte, besondere alkoholfreie Getränke laden darüber hinaus an der Getränkebar zum Verweilen und Probieren ein. Neben diesen drei Hauptbereichen befindet sich noch eine Infotheke als weiteres Element des Stands. Hier liegen Tablets bereit, die den Besuchern einen interaktiven Einblick in die Erzdiözese ermöglichen. 

Die Betriebsseelsorge

Vielfältige Arbeitsfelder der Betriebsseelsorge werden auf interaktive Weise auf dem Katholikentag präsentiert. Die Betriebsseelsorge Freiburg verantwortet federführend die Gestaltung eines Stands auf Bundesebene. Dort haben die Besuchenden beispielsweise die Möglichkeit, sich mit aktuellen gesellschaftspolitischen Fragen rund um das Thema Arbeit auseinanderzusetzen, ihre Meinung einzubringen und Position zu beziehen. Eine besondere Aktion aus der Fernfahrerseelsorge – einem Teilbereich der Betriebsseelsorge – lädt dazu ein, aus Münzen Christopherus-Medaillen zu prägen.

Interreligiöser Dialog

Ein interreligiöses Singen mit jüdischen, christlichen und muslimischen Liedern hat die Erzdiözese Freiburg für Donnerstag (14.05.), 14.30 bis 16 Uhr, vorbereitet (Rathaus, 1. OG, Ratssaal, Rückermainstaße 2). Zur Ausrichtung: Musik verbindet Menschen und kann kulturelle oder religiöse Grenzen überwinden, weil es sich um eine nicht-sprachliche Verständigungsform handelt. Zugleich stellt Musik, zumeist in Form von Gesängen oder Liedern, einen festen Bestandteil religiöser Riten dar und ist damit auch religiöses Bekenntnis und so einer bestimmten Religion oder Konfession zugeordnet. Der Workshop will diese Ambivalenz aushalten, indem einerseits religiöses Liedgut aus Judentum, Christentum und Islam vorgetragen, aber auch die Chance zum Singen gemeinsamer Lieder ermöglicht wird. Im Hintergrund steht dabei die langjährige Arbeit von Trimum, die aus theoretischen Beschäftigungen mit den Möglichkeiten und Grenzen interreligiösen Musizierens und Singens entstanden ist. So kann Gemeinsames erfahren werden, ohne religiöse Bekenntnisse zu vermischen oder vereinheitlichen zu wollen.
 
Um religionssensible Bildung in der Kita, eine Herausforderung als Chance, geht es am Freitag (15.05.), 11 bis 12.30 Uhr (Rathaus, 1. OG, Wappensaal, Rückermainstraße 2). Im Vordergrund steht die Frage nach der konkreten Praxis, aber auch einigen theoretischen Grundlagen interreligiösen Lernens und interreligiöser Arbeit/Begegnung in Kindertageseinrichtungen. Neben zwei Inputs, unter anderem von Barbara Remmlinger, Referat Kindertageseinrichtungen und frühkindliche Bildung der Erzdiözese Freiburg, werden die Teilnehmenden ihre Fragen und Erfahrungen zu bestimmten Aspekten des Themas einbringen können. Im besten Fall entsteht so ein Wissen um Best Practice, in jedem Fall werden aber Rückfragen, Probleme und Wissensstände deutlich, um an diesem Thema, auch im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) (Gesprächskreis Christen-Muslime) beziehungsweise den Diözesen weiterzuarbeiten, ordnet Dr. Dr. Fabian Freiseis, Mitorganisator und Referent für interreligiösen Dialog in der Erzdiözese Freiburg, ein. 

Seelsorge bei ungewollter Kinderlosigkeit

„Frauen ungewollt kinderlos – Nach dem Abschied vom Kinderwunsch neu ins Leben aufbrechen“, lautet der Titel einer Veranstaltung, zu der das Erzbischöfliche Seelsorgeamt in Freiburg für Samstag (16. Mai), 11 bis 12.30 Uhr, auf dem Katholikentag Interessierte einlädt (Kolping-Akademie, Raum 1, Kolpingplatz 1). Thematisiert wird ein schmerzliches Thema, weiß Organisatorin Regina Köhler, Referentin für Frauenpastoral. In einem bestimmten Alter sei es sinnvoll, den unerfüllten Kinderwunsch abzuschließen, um sich dem Leben mit seinen Herausforderungen (auch ohne Kinder) neu zuwenden zu können. Der Gesprächskreis will kinderlose Frauen zur Auseinandersetzung und Versöhnung mit ihrer Situation anregen – eventuell mit Hilfe einer selbst gegründeten Gesprächsgruppe. Nach Bedarf könne ein entsprechendes Konzept weitergegeben werden.  

Kirche Kunterbunt 

„Fresh X goes Messy“, heißt es im Bereich Lebenswelten am Freitag (15. Mai) von 11 bis 12.30 Uhr mit Beteiligung von Laura Müller vom Erzbischöflichen Seelsorgeamt der Erzdiözese Freiburg. Kirche Kunterbunt ist vor einigen Jahren in England als Messy Church entstanden. Sie gehört als eine neue Ausdrucksform von Kirche für Familien zur FreshX-Bewegung und erfreut sich auch an vielen Orten in der Erzdiözese großer Beliebtheit. Beim Workshop bekommen Teilnehmende einen Einblick in das Konzept und erleben kreative Elemente aus einer Kirche Kunterbunt-Feier mit Konfettisegen, Wimmelbild und Streußelbroten & Co.

Ein lauter Gottesdienst

Aus der Erzdiözese Freiburg heraus wird am Freitag (15. Mai) von 14 bis 15 Uhr auch ein besonderer Gottesdienst angeboten. Bei der „Headbangers Church“ geht es laut zu. Der christliche Heavy-Metal-Gottesdienst steht unter der Leitung von Pastoralreferent Mathias Fuchs von der katholischen Kirchengemeinde Edith Stein Bruchsal. Die Band „Metal Gods“ spielt diverse bekannte Lieder aus Hardrock und Heavy Metal. „Ich werde auf ein Lied abgestimmt eine Predigt sprechen und die mit einem biblischen Text in Verbindung bringen“, erklärt Fuchs. Für ihn passt die Verbindung Metal und Kirche gut zusammen: „Weil gerade in dieser Musik so viel drinsteckt.“

Weitere Infos

Zahlreiche weitere Informationen zu Veranstaltungen mit Beteiligung von Menschen aus der ganzen Erzdiözese Freiburg finden sich auf der Webseite www.ebfr.de/katholikentag.
 
Auf der Webseite www.katholikentag.de sind alle Informationen und das Gesamtprogramm des Katholikentags abrufbar. Auch ist auf dieser Seite eine Anmeldung für Besucher möglich. Es gibt zudem eine App „Katholikentag 2026“.