Maria - Patronin der Erzdiözese Freiburg
Wer zum Freiburger Münster aufschaut, entdeckt hoch oben eine goldene Mondsichel und darüber eine leuchtende Sonne. Die achtstrahlige Sonne verweist symbolisch auf Christus, das „Licht der Welt“. Die goldene Mondsichel darunter steht nicht für die Nacht, sondern ist Sinnbild der Gottesmutter Maria, die dieses Licht empfängt und widerspiegelt.
Das Freiburger Münster ist Maria, „Unserer lieben Frau“, geweiht und verweist so auf die besondere Bedeutung der Gottesmutter für die Erzdiözese Freiburg. Auch die Konstanzer Basilika, Hauptkirche des ehemaligen Bistums Konstanz, ist Maria gewidmet. 1683 – in einer Zeit blühender Marienverehrung – wurde das damalige Bistum offiziell unter ihren Schutz gestellt. Diese Tradition setzte sich in Freiburg fort: 1942 vertraute Erzbischof Konrad Gröber das Erzbistum der Gottesmutter an; 1983 erneuerte Erzbischof Oskar Saier diesen Akt. Schon in den Regionen, die vor der Gründung des Erzbistums Freiburg im Jahr 1827 zu Bistümern wie Straßburg, Speyer, Würzburg, Mainz oder Worms gehörten, hatte die Verehrung Marias tiefe Wurzeln.
Historisch reicht die Spur noch weiter zurück: Bereits um das Jahr 600 soll es in Konstanz eine der Gottesmutter geweihte Kirche gegeben haben. Weltkirchlich wurde Marias einzigartige Rolle 431 auf dem Konzil von Ephesus bekräftigt, als sie als „Gottesgebärerin“ verkündet wurde – ein Bekenntnis, das Gläubige bis heute trägt.
Ausdruck lebendiger Frömmigkeit
Die Verbundenheit zu Maria zeigt sich in unserem Bistum bis heute in einer reichen Vielfalt: Fußwallfahrten, Rosenkranz-Andachten, Familientage und Jugendangebote verweben sich zu einem Jahreszyklus, der mit Lichtmess im Februar beginnt, über die Fatimatage des Sommers führt und im Advent mit dem Fest der Unbefleckten Empfängnis ausklingt.
Zahlreiche Pfarrkirchen feiern ein Marienpatrozinium: Am häufigsten das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel am 15. August, volkstümlich „Mariä Himmelfahrt“ genannt. Andere feiern Maria Königin (22. August), die Immaculata (8. Dezember) oder die Schmerzensmutter (15. September) als Patronin. Daneben gibt es viele weitere Marientitel, die an Kirchenportalen und Kapellen im ganzen Bistum zu lesen sind: „Heil der Kranken“, „Hilfe der Christen“, „Königin der Engel“, „Mutter der Kirche“ oder „Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz“.
Und selbst dort, wo Maria nicht Patronin ist, findet sich fast immer ein Ort, der ihr gewidmet ist – ein Seitenaltar, eine Statue, ein Bild. So ist die Gottesmutter überall im Erzbistum gegenwärtig – als Trösterin, Fürsprecherin und Wegweiserin zu Christus.





