Manche Reisen verändern nicht nur den Blick auf andere Länder, sondern auch den auf das eigene Leben. Für 25 junge Erwachsene aus ganz Deutschland beginnt in diesem Sommer mit dem „Praktikum im Norden“ des Bonifatiuswerkes eine Reise, die weit mehr ist als ein Auslandsaufenthalt. Sie führt nach Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland, Island sowie nach Lettland und Estland – dorthin, wo sie in Kirchengemeinden, sozialen Einrichtungen, Schulen und Bildungszentren mitarbeiten, Verantwortung übernehmen und Menschen begegnen werden, die ihren weiteren Lebensweg prägen werden. Dabei lernen sie nicht nur neue Länder mit ihren jeweiligen Kulturen kennen, sondern auch eine Kirche, deren Mitglieder ihren Glauben in einer kleinen Minderheit lebt.

Sofia Buttenmüller (3.v.l.), Nora Zimmermann (3.v.r.) und Milena Hug (2.v.r.) freuen sich auf seine Zeit im Ausland. Bonifatiuswerk-Generalsekretär Monsignore Georg Austen (r.) und Projektkoordinatorin Lidia Fioravanti (l.) und Projektreferentin Eva Berlage (2.v.l.) wünschen ihnen alles Gute.
Aus der Erzdiözese Freiburg reist Sofia Buttenmüller aus Friesenheim am 20. August nach Kopenhagen. Nora Zimmermann aus Waghäusel im Landkreis Karlsruhe startet ihren Freiwilligendienst am 6. September im schwedischen Rättvik. In das finnische Turku reist Milena Hug aus Sölden am 9. September.
Im Zentrum von Kopenhagen wird die Abiturientin Sofia Buttenmüller die Caritas Dänemark bei ihrer Arbeit unterstützen – sei es im Sekretariat oder im sozialen Bereich im Haus für geflüchtete Menschen. „Der Freiwilligendienst bietet mir die perfekte Chance, über mich hinauszuwachsen, neue Kulturen und Menschen kennenzulernen und von diesen zu lernen. Wie wird das Leben in Dänemark gestaltet und der Glaube gelebt? Besonders reizt mich die Möglichkeit, im internationalen und kirchlichen Umfeld Erfahrungen zu sammeln und dabei aktiv Verantwortung zu übernehmen“, sagt die 18-jährige Abiturientin aus Friesenheim.
Die Abiturientin Nora Zimmermann wird in Rättvik dem Exerzitien-, Retreat - und Meditationszentrum Stiftelsen Berget tatkräftig zur Seite stehen. Das Zentrum wird von der Kommunität der Heiligen Dreifaltigkeit, einer ökumenischen Gemeinschaft, geführt. Die Abiturientin wird bei den täglich anfallenden Aufgaben in den Gästehäusern und der Begleitung einzelner Gäste helfen. „Ich finde es sehr spannend, ein neues Land inklusive seiner Kultur, Sprache und Natur kennenzulernen und empfinde dieses Praktikum als wertvolle Gelegenheit, meinen Horizont zu erweitern und über mich hinauszuwachsen. Außerdem möchte ich diese Zeit nutzen, um anderen wiederum etwas Gutes zu tun“, erklärt die 18-Jährige.
Im finnischen Turku wird Milena Hug den Birgittenschwestern bei der Arbeit im Gästehaus tatkräftig zur Seite stehen. 1986 kamen die Ordensschwestern aus Rom nach Turku und übernahmen den Gästebetrieb von den Herz-Jesu Schwestern. In der Gemeinde "Saint Bridget and Blessed Hemming", in der die Birgitten sehr aktiv sind, ist die Mithilfe der Abiturientin in der Jugendarbeit, bei Veranstaltungen oder in der Katechese gefragt. Die 19-Jährige freut sich, den nördlich gelegenen Teil Europas kennenzulernen: „Mich beschäftigt die Frage, wie Menschen dort durch ihre Umgebung geprägt werden und welche Rolle der Glaube in ihrem Alltag spielt – das möchte ich gerne selbst erfahren.“
Bonifatiuswerk-Generalsekretär Monsignore Georg Austen macht deutlich, dass die Freiwilligen nicht nur in andere Länder reisen, sondern zugleich Brücken zwischen Menschen und Kulturen bauen: „Wer sich auf den Weg macht, verändert nicht nur seinen Standort, sondern oft auch seine Haltung. Das 'Praktikum im Norden' schafft Begegnungen über Länder- und Kulturgrenzen hinweg und zeigt, wie viel Menschen voneinander lernen können. Unser Freiwilligendienst ist eine Einladung, den eigenen Horizont zu weiten und Kirche als weltweite Gemeinschaft in ihrer Vielfältigkeit zu erleben. Gerade in einer Zeit gesellschaftlicher Spannungen sind solche Erfahrungen von unschätzbarem Wert.“
Während ihres Freiwilligendienstes werden die jungen Erwachsenen von Mentorinnen und Mentoren vor Ort begleitet und bleiben zugleich mit dem Bonifatiuswerk im Austausch. Das Programm wurde 2011 gestartet und ermöglicht jährlich mehr als 20 jungen Menschen zwischen 18 und 27 Jahren Auslandserfahrungen in Nordeuropa und dem Baltikum. Das „Praktikum im Norden“ ist ein Kooperationsprogramm zwischen dem Bonifatiuswerk und dem Newman-Institut im schwedischen Uppsala. Es kann als „Internationaler Jugendfreiwilligendienst“ (IJFD) anerkannt werden.
(Theresa Meier, Bonifatiuswerk)
