Katholische Kindertageseinrichtungen
in der Erzdiözese Freiburg

  
 

„Kindertageseinrichtungen sind wichtige Orte. Hier erfüllt die Kirche ihren pastoralen Auftrag, den Menschen nahe zu sein – insbesondere den ganz Kleinen – und zwar da, wo sie leben.“ 

(Erzbischof Stephan Burger)
 
Die katholischen Kindertageseinrichtungen sind Bildungseinrichtungen mit öffentlichem Auftrag und pastorale Orte zugleich. Kinder werden unter dem Fokus von Bildung, Erziehung und Betreuung zur selbsttätigen Weltaneignung, Gemeinschaftsfähigkeit und Entfaltung ihrer Persönlichkeit begleitet. Ihnen wird ein Raum für Grunderfahrungen des Glaubens und zur Entwicklung einer eigenen religiösen Identität eröffnet. Durch die Trägerschaft übernehmen die Kirchengemeinden der Erzdiözese Freiburg eine hohe gesellschaftliche Verantwortung und tragen in starkem Maße zur Trägerpluralität bei. In der Erzdiözese Freiburg werden in über 1000 katholischen Kindertageseinrichtungen ca. 65000 Kinder von rund 14000 Beschäftigten betreut.
 

Der Bildungs- und Erziehungsauftrag katholischer Kindertageseinrichtungen in der Erzdiözese Freiburg basiert auf zwei Dokumenten: Dem „Orientierungsplan für Bildung und Erziehung in baden-württembergischen Kindergärten und weiteren Kindertageseinrichtungen“ sowie der Erklärung der Deutschen Bischöfe „Welt entdecken, Glauben leben“
 

Das spezifische katholische Profil schlägt sich insbesondere in der religiösen Bildung und Erziehung nieder. Religion, religionssensible Bildung und Erziehung sind in das jeweilige Gesamtkonzept der Einrichtung integriert und durchziehen die Alltagskultur, die Gestaltung der Räume, der Zeiten und der Beziehungen. Die Kinder werden aus dem christlichen Selbstverständnis heraus im Umgang mit religiöser und weltanschaulicher Pluralität und der wertschätzenden Haltung gegenüber den Angehörigen aller Religionen, Konfessionen und Weltanschauungen unterstützt. Sie erleben Religion bzw. gelebten Glauben im Alltag ihrer Kindertageseinrichtung und wachsen hinein. So greift die Gestaltung der Räume religiöse Symbole auf (z. B. Kreuz, Jahreszeittisch entlang des Kirchenjahres) und regt Kinder an, auch in religiöser Hinsicht Neues zu entdecken. 

Im Sinne einer vorbereiteten Umgebung (Maria Montessori) werden in den katholischen Kindertageseinrichtungen in der Erzdiözese Freiburg Spiel- und Lernmaterialien bereitgestellt, die auch religiöse Bildung ermöglichen (z. B. Bilderbücher und Figuren zu biblischen Erzählungen). Der Tagesablauf, die Gestaltung der Woche und des Jahres orientieren sich an einem Rhythmus, der Rituale berücksichtigt und eine Unterscheidung von Alltag, Zeiten der Auszeit und besonderen Zeiten ermöglicht. Im täglichen Miteinander, in der Gestaltung von Beziehungen erfahren die Kinder Werte, die im Glauben wurzeln. So sind z. B. die Kultur des Verzeihens und der Versöhnung, der Umgang mit Fehlern, die Solidarität mit Schwächeren religiös motiviert.
 
Lesen Sie hier das Interview mit Erzbischof Stephan Burger zum katholischen Profil der katholischen Kindertageseinrichtungen in der Erzdiözese Freiburg.
 
 

Katholische Kindertageseinrichtungen in der Erzdiözese Freiburg sind Teil des pastoralen Auftrags der Kirche und werden als pastorale Orte verstanden. Sie sind wichtige Knotenpunkte für Kinder und ihre Familien im pastoralen Netz. Eine stabile Vernetzung mit der Gemeindepastoral ist deshalb wichtig und sinnvoll. 
 
Aus diesem Grund benennen die Kirchengemeinden pastorale Ansprechpersonen für die Begleitung ihrer Kindertageseinrichtungen. Die Ansprechpersonen sind in der Regel Mitglieder des Seelsorgeteams und stehen für persönliche Kontakte zwischen Kindertageseinrichtungen, Seelsorgeteam und anderen Gremien, Institutionen und Gruppen der Kirchengemeinde. Das Konzept der pastoralen Begleitung katholischer Kindertageseinrichtungen skizziert das Zusammenspiel der verschiedenen Ebenen und Zuständigkeiten. Es stehen zahlreiche Materialien und Angebote zur Unterstützung der pastoralen Begleitung zur Verfügung.
Die Kirchengemeinden sind gebeten, pastorale Ansprechpersonen für die Begleitung von Kindertageseinrichtungen aus ihren Seelsorgeteams zu benennen und an das Referat Kindertageseinrichtungen und frühkindliche Bildung zu  melden
 
 
Um die Vernetzung, Unterstützung und Qualifizierung der pastoralen Ansprechpersonen in den Kindertageseinrichtungen zu gewährleisten, hat die Erzdiözese Freiburg an verschiedenen Standorten Referentinnen und Referenten für die Pastoral Kindertageseinrichtungen installiert.
 

Die meisten Kindertageseinrichtungen in der Erzdiözese Freiburg befinden sich in Trägerschaft von Kirchengemeinden. Um diese im Management zu entlasten, können sie die Geschäftsführung an sogenannte Verrechnungsstellen übertragen. Im  Erzbischöflichen Ordinariat liegt die Zuständigkeit für Themen bezüglich von Kindertageseinrichtungen beim Referat Kindertageseinrichtungen und frühkindliche Bildung. Die Ansprechpersonen für die Themen Personalrecht, Allgemeines Recht und Finanzen und Verwaltung sind hingegen den jeweiligen Referaten zugeordnet. Die allgemeine pädagogische Beratung der Träger und Einrichtungsleitungen erfolgt wiederum durch die Fachberatung im Referat frühkindliche Bildung/Tageseinrichtungen für Kinder des Caritasverbands für die Erzdiözese Freiburg e.V.
 

Die katholische Kirche und ihre Caritas ist einer der größten Arbeitgeber für pädagogische Fachkräfte in Baden-Württemberg und bietet zukunftssichere und familienfreundliche Arbeitsplätze.
 
Falls Sie Interesse an einer Mitarbeit in einer unserer katholischen Kindertageseinrichtungen haben, richten Sie Ihre Bewerbung bitte direkt an die Leitung einer Kindertageseinrichtung oder an die Kindergartengeschäftsführung einer Verrechnungsstelle bzw. Gesamtkirchengemeinde.
 
Nicht nur Erzieherinnen und Erzieher können in einer Kindertageseinrichtung als pädagogische Fachkräfte arbeiten. Eine Tätigkeit in einer Kindertageseinrichtung  als pädagogische Fachkraft steht auch anderen Berufsgruppen offen. Näheres regelt der sogenannte Fachkräftekatalog. Personen, die eine pädagogische Ausbildung oder einen pädagogischen Hochschulabschluss absolviert haben, können ggfs. ebenfalls als pädagogische Fachkraft in einer Kindertageseinrichtung arbeiten. Weitere Informationen finden Sie unter Fachkräftekatalog/Ausländische Abschlüsse.
 
Über die Internetseite www.angel-wanted.de haben Sie zudem die Möglichkeit, sich ausführlich über das Berufsbild der Erzieherin bzw. des Erziehers, die Ausbildungswege, aber auch über den Arbeitsplatz „Katholische Kindertageseinrichtung“ zu informieren.
 

1. Unser Christliches Menschenbild
Die Grundlage unseres christlichen Glaubens ist die biblische Offenbarung und die Überlieferung durch die Kirche.
Wir Menschen sind Geschöpfe und Ebenbilder Gottes und haben dadurch eine unantastbare Würde.
Wir Menschen sind soziale Wesen, die zu Beziehungen fähig sind und nicht allein leben können. Im Spannungsfeld der persönlichen Freiheit und der Freiheit des Mitmenschen sind wir berufen, den Schöpfungsauftrag Gottes zu erfüllen. Entsprechend unserer Fähigkeiten übernehmen wir Verantwortung für die Gestaltung unseres Lebens und der Welt.
Gott hat uns durch die Menschwerdung seines Sohnes Jesus Christus ermöglicht, als Person mit ihm in Beziehung zu treten.
In unserer Erfahrung von erfülltem Leben und Glück, aber auch von Krankheit, Leid und Tod können wir in Jesus Christus einen Sinn sehen. Unser Glaube an die Auferstehung Jesus Christus und unsere Erwartung "eines neuen Himmels und einer neuen Erde" geben uns Hoffnung und Zuversicht.
2. Der pastorale Auftrag unserer Tageseinrichtung für Kinder
Unsere Tageseinrichtung für Kinder ist Teil der Pfarrgemeinde. In der Einrichtung werden die vier Grunddienste verwirklicht:
Mit unserer Tageseinrichtung für Kinder schafft unsere Pfarrgemeinde einen Ort der Begegnung und Gemeinschaft (Koinonia) für alle Beteiligten.
Unsere Tageseinrichtung für Kinder bietet Bildung, Betreuung und Erziehung der Kinder als familienergänzende Hilfe (Diakonia) an.
In unserer Tageseinrichtung für Kinder erleben und erfahren die Kinder die befreiende Botschaft Jesu (Martyria).
Unsere Tageseinrichtung für Kinder ist auch ein Ort für gottesdienstliche Feiern und Feste (Leiturgia).
3. Unsere Sichtweise vom Kind
Jedes Kind kann Gott erfahren, als den, „der da ist” (Ex 3,14) und sich selbst als Ebenbild Gottes, als bedingungslos von ihm angenommen: „Es ist gut, daß du da bist!”
Jedes Kind ist eine eigenständige Persönlichkeit mit seiner speziellen Lebensgeschichte, mit individuellen Fähigkeiten, Eigenarten und Begabungen. Wir achten und schätzen diese Individualität und Persönlichkeit der Kinder.
Kinder brauchen Schutz und die Erfüllung ihrer Grundbedürfnisse.
Die Gleichwertigkeit von Kindern und Erwachsenen fordert von uns, die individuellen Bedürfnisse und Ideen der Kinder ernst zu nehmen.
Kinder sind beziehungsfähig und gleichzeitig auf Beziehungen zu anderen Kindern und zu Erwachsenen angewiesen. Zuwendung und Anerkennung sind grundlegende Voraussetzungen für alles menschliche und vor allem kindliche Wachsen.
Kinder brauchen Freiräume aber auch Grenzen, innerhalb derer sie ihre Beziehungen gestalten können.
Kinder und Erwachsene sind in diesem Prozess gleichermaßen Lernende und Lehrende.
Kinder sind neugierig, offen für Unbekanntes und wollen lernen.
Sie forschen und lernen mit allen Sinnen und benötigen dafür ausreichend Möglichkeiten, um sich spielerisch und schöpferisch mit ihrem Lebensumfeld auseinanderzusetzen. Dabei suchen sie auch Antworten auf existentielle Fragen ihres Lebens, sie suchen nach Orientierung und Sinnhaftigkeit. Kinder haben eine Offenheit für religiöse Fragen und brauchen Raum für eine kindgemäße religiöse Entwicklung.
4. Unsere Zusammenarbeit mit Müttern und Vätern
Für die Kinder sind in erster Linie ihre Eltern verantwortlich.
Wir bieten Vätern und Müttern Unterstützung und Beratung für die Erziehung ihrer Kinder an.
Unsere Tageseinrichtung für Kinder ist ein Ort der Begegnung für alle Eltern und Bezugspersonen der Kinder.
Unser Angebot orientiert sich an den Bedürfnissen der Familien und nimmt ihre Sorgen und Nöte ernst. Unser Umgang mit den Eltern ist von Wertschätzung, Akzeptanz und Achtung geprägt.
Die Meinung der Eltern ist uns wichtig. Wir wünschen uns konstruktive Kritik und berücksichtigen die Meinung der Eltern bei Grundsatzentscheidungen.
Wir verpflichten uns, Eltern zu informieren und mit ihnen respektvoll partnerschaftlich zusammenzuarbeiten.
5. Unser Selbstverständnis als Träger
Mit der Trägerschaft einer Tageseinrichtung für Kinder nimmt unsere Pfarrgemeinde ihren pastoralen Auftrag und ihre gesellschaftliche Verantwortung wahr.
Wir orientieren unser Angebot an den Lebensverhältnissen der Familien in unserer Gemeinde und reagieren auf gesellschaftliche Entwicklungen.
Wir engagieren uns in familien- und gesellschaftspolitischen Fragen in unserer Gemeinde. Insbesondere ergreifen wir Partei für Benachteiligte.
Wir achten andere Religionen und Kulturen.
Als Kirchengemeinde tragen wir Verantwortung für die Einrichtung. Durch die Schaffung  entsprechender Rahmenbedingungen sorgen wir für den Erhalt und die Weiterentwicklung der Einrichtung.
In unserer Verantwortung als Träger treffen wir die Grundsatzentscheidungen.
Als Kirchengemeinde sind wir Anstellungsträger für unsere Mitarbeiterinnen. Wir bringen als Dienstgeber unseren Mitarbeiterinnen Wertschätzung sowie Anerkennung entgegen und stehen loyal zu ihnen. Um eine gute Zusammenarbeit zu erreichen, haben wir die Kompetenzen klar aufgeteilt und führen regelmäßig Gespräche.
6. Die Mitarbeiterinnen unserer Tageseinrichtung
Unsere Mitarbeiterinnen sind qualifizierte Fachkräfte. Sie übernehmen Verantwortung in ihrer Arbeit.
Die Zusammenarbeit in der Einrichtung ist geprägt von Toleranz, Offenheit und Wertschätzung.
Bei der Weiterentwicklung ihrer Arbeit berücksichtigen die Mitarbeiterinnen gesellschaftliche Veränderungen, entwicklungspsychologische Erkenntnisse und Rückmeldungen von Eltern und Kindern.
Unsere Mitarbeiterinnen bringen ihre individuellen Fähigkeiten in die Arbeit mit ein und bereichern sie dadurch.
Regelmäßige Fort- und Weiterbildung sichert und erweitert ihre fachliche Kompetenz.
Unsere Mitarbeiterinnen setzen sich mit dem kirchlichen Auftrag auseinander und sind bereit, die vier Grunddienste der Gemeinde in ihrer Arbeit zu verwirklichen.
7. Die Leitung unserer Tageseinrichtung
Die Leiterin unserer Einrichtung hat eine besondere Verantwortung, in der wir sie unterstützen.
Die besonderen Aufgaben der Leiterin gegenüber den anderen Mitarbeiterinnen und ihre Leitungsverantwortung sind mit uns als Anstellungsträger geklärt.
In und außerhalb unserer Pfarrgemeinde vertritt die Leiterin unsere Einrichtung in fachlicher Hinsicht.