
In seiner Predigt verwies Erzbischof Stephan Burger auf die Bedeutung des Festes Mariä Himmelfahrt über den Tod hinaus: „Wenn wir heute das Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel feiern, so feiern wir gerade und in besonderer Weise diese Entmachtung des letzten Feindes, des Todes. Wir feiern, dass alles Leid und Elend dieser Welt seinen Meister gefunden hat.“ Alles Leid und sogar der Tod könne überwunden werden, sagte der Erzbischof. „Wir feiern, dass dies nicht eine Verheißung ist, deren Erfüllung in ferner Zukunft liegt, sondern schon jetzt Wirklichkeit an denen geworden ist, die uns im Tod vorausgegangen sind.“
Der Freiburger Erzbischof beschrieb die Geschichte des aus dem Erzbistum Freiburg stammenden Pfarrers Josef Kary, der nach seiner Rückkehr aus dem Zweiten Weltkrieg eine Marienkapelle im Großen Walsertal errichten ließ. Dieses Beispiel zeige, wie die grundlegende Ausrichtung an Maria in schwierigen Situationen Halt und Hoffnung gebe: „Es geht um diese Erfahrung, eine existenzielle Notlage durchlitten zu haben und darin aufgezeigt zu bekommen, was im Leben wirklich zählt, was das Leben eigentlich ausmacht und von was es letztendlich abhängt. Für diesen Priester war jedenfalls klar, wer ihm das Leben gerettet hat, wem er sein weiteres Leben verdankte, nämlich der Hilfe und der Fürsprache der Gottesmutter Maria.“ So erinnere die Kapelle bis heute daran, „dass, wer sich ganz und gar der Führung der Gottesmutter anvertraut, in seiner Hoffnung nicht enttäuscht wird“.
Aus der Geschichte lernen

Die Kapelle im Großen Walsertal sei ebenfalls für den Bruder des Priesters, Pater Karl Kary, erbaut, der im Zweiten Weltkrieg ums Leben kam: „Auch für ihn ist die erbaute Kapelle Mahnmal und Erinnerung zugleich, sich unaufhörlich an die Königin des Friedens zu wenden, damit nicht weiterhin unsägliches Leid den Menschen widerfahren möge. Ukraine, Naher Osten, Afrika und viele andere Orte mehr, die uns ständig vor Augen führen, wie Menschen sich nach Frieden sehnen und dass nicht der Krieg, sondern das Leben unsere Bestimmung ist.“
Abschied von Weihbischof Christian Würtz: Maria als Wegbegleiterin
In seiner Predigt sprach der Erzbischof auch zu dem scheidenden Weihbischof Dr. Christian Würtz, der im Juli zum Bischof von Eichstätt berufen worden war: „Hier im Badischen tief verwurzelt, wirst Du vom Heiligen Vater gerufen, das traditionsreiche und altehrwürdige Bistum Eichstätt in die Zukunft zu führen“, sagte der Erzbischof. „Zum einen gratulieren wir Dir von ganzem Herzen zu dieser Berufung und zu diesem Dienst, den Dir der Heilige Vater anvertraut. Zum anderen wissen wir beide auch, dass der Abschied und das Zurücklassen des Bisherigen uns allen auch nicht gerade leicht fällt. Und dennoch, auf die Fürsprache Mariens wird es Dir gelingen, diesem Ruf und Deiner Berufung zu folgen und für Unzählige zum Segen zu werden. Die Gottesmutter wird Dir dazu eine treue Wegbegleiterin sein.“

Erzbischof Burger dankte Weihbischof Würtz für sein Wirken für das Erzbistum: „Vergelt’s Gott für all Dein segensreiches Wirken hier in unserer Erzdiözese in den verschiedenen Aufgabenfeldern, nicht zuletzt als Pfarrer, als Weihbischof und Regens. Danke für Dein bischöfliches Zeugnis, das Du in Deiner Heimatdiözese gegeben hast. Danke für Deinen zuverlässigen und treuen Dienst.“
Erzdiözese Freiburg: Mit Maria als Patronin auf dem Weg
Die selige Jungfrau und Gottesmutter Maria ist Patronin der Erzdiözese Freiburg und des Freiburger Münsters. Seit dem Mittelalter gestalten viele Kathedralen und Kirchen das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel am 15. August als Patronatsfest. Zahlreiche Kirchen im Gebiet der Erzdiözese Freiburg sind der Gottesmutter geweiht.
Der Pontifikalgottesdienst wurde musikalisch mitgestaltet durch den Domchor und die Domkapelle, Vokalsolisten sowie Mitglieder des Philharmonischen Orchesters Freiburg.
(kas)































